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01:07 17 Juli 2019
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    Vojislav Šešelj

    ICTY spricht Seselj vom Vorwurf der Verbrechen gegen die Menschlichkeit frei

    © REUTERS / Marko Djurica
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    Das Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) hat den Vorsitzenden der Serbischen Radikalen Partei (SRS), Vojislav Šešelj, vom Vorwurf der Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Kroatien und Bosnien in den Jahren 1991 bis 1993 freigesprochen.

    Laut dem Urteil ist Šešelj nicht für die Verbrechen serbischer Freiwilliger in den bewaffneten Konflikten auf dem Territorium des ehemaligen Jugoslawiens verantwortlich.

    Das Geschehen im Gerichtssaal wird auf der Website des Strafgerichtshofs und von mehreren serbischen TV-Kanälen übertragen. Die Prozedur soll etwa zwei Stunden in Anspruch nehmen. Der Urteilsverkündung erfolgt in Abwesenheit des Angeklagten.

    Šešelj befindet sich gegenwärtig in Belgrad – 2014 hatte ihn der Strafgerichtshof aus gesundheitlichen Gründen vorrübergehend entlassen. Um 12 Uhr will er im Hauptquartier seiner Partei eine Pressekonferenz geben.

    Die Anklage umfasst neun Punkte, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Verstöße gegen Gesetze und Bräuche während des Krieges in Bosnien und Herzegowina, in Kroatien und in der autonomen Provinz Vojvodina (Serbien) betreffen.

    Die Anklagebehörde hatte für den Angeklagten eine 28-jährige Haft gefordert. Šešelj erklärt indessen, er sei unschuldig, sagt aber, gestützt auf eigene Quellen, dass man ihn zu 25 Jahren Haft verurteilen werde.

    Wie Šešelj den Medien mitteilte, wolle er sich die Übertragung aus dem Gerichtssaal nicht anschauen, da ihm politische Angelegenheiten wichtiger seien.

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    UN-Kriegsverbrechertribunal, Vojislav Šešelj, Den Haag