05:14 23 März 2017
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    Flüchtlingssituation in Griechenland

    Trotz EU-Türkei-Deal: Flüchtlinge strömen wieder nach Italien und Griechenland

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    Migrationsproblem in Europa (1254)
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    In Italien und Griechenland kommen seit Frühlingsbeginn wieder deutlich mehr Flüchtlinge an: Tendenz – steigend. Seit der Schließung der Balkanroute wählen Migranten immer öfter den Weg aus Libyen über das Mittelmeer, schreib das Portal Deutsche Wirtschafts Nachrichten.

    Allein am Dienstag seien 730 Flüchtlinge mit Schlauchbooten in Pozzallo auf Sizilien angekommen, berichtet DWN unter Berufung auf die Agentur Ansa. Sie seien von einem norwegischen Schiff gerettet worden. Weitere 796 Menschen seien am Mittwoch in Augusta in der Nähe von Syrakus, ebenfalls mit kleinen Booten eingetroffen, so dpa.

    „2016 wird für Italien ein neues Rekordjahr der Migrantenankünfte werden. Allein in Pozzallo sind in den ersten drei Monaten des Jahres 7.000 Migranten angekommen. Mit der Schließung der Balkanroute gilt als sicher, dass die Syrer, wie noch 2014, versuchen werden, über Italien einzureisen“, zitiert die Zeitung Corriere della Sera den Bürgermeister von Pozzallo, Luigi Ammatuna.

    Auch in Griechenland seien in den letzten Tagen wieder Hunderte von Migranten und Flüchtlingen eingetroffen. DWN zufolge steigt deren Zahl trotz des EU-Türkei-Deals weiter an. Nach Angaben der griechischen Regierung erreichten allein innerhalb der ersten 24 Stunden mit wärmerem Wetter 766 Personen die Inseln Lesbos, Samos, Chios und Kos. Im Vergleich zu den Ankünften in den vergangenen Tagen habe sich die Zahl verdreifacht.

    Gleichzeitig wurden allein am Dienstag zwischen Libyen und Italien mehr als 1.500 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer aufgegriffen, die meisten von ihnen kommen aus Afrika über Libyen nach Europa, so DWN.

    Nach Informationen des UN-Flüchtlingshilfswerks sind seit Jahresbeginn etwa 17.500 Menschen über das Mittelmeer nach Italien gelangt.

    „Nach der Schließung der Balkanroute wollen Schlepper ab April intensiv neue Routen für Flüchtlinge und Migranten über Libyen eröffnen“, schreibt DWN weiter. Dabei macht das Blatt auch darauf aufmerksam, dass in Libyen die Terrormiliz Daesh die „Schlepper-Branche“ kontrolliere.

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    Migrationsproblem in Europa (1254)

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    Tags:
    Migranten, Terrormiliz Daesh, Libyen, Griechenland, Italien