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    Panama Papers: Wie Medien mit Enthüllungsstories zur Selbstparodie werden

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    Enthüllungen der „Panama Papers“ (30)
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    Die sogenannten „Panama Papers" wirbeln durch die Medien: Nach der Enthüllung von Geheimdokumenten behaupten Journalisten, dreckige Geschäfte führender Politiker beweisen zu können, besonders im Umkreis des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Doch statt Beweisen gibt es nur Spekulationen, wie die Seite Off Guardian berichtet.

    Investigativ-Reporter von mehr als 110 Medien aus über 80 Ländern, koordiniert von der Süddeutschen Zeitung, rühmen sich mit einer angeblichen Sensation: Das Datenleck über 215.000 Briefkastenfirmen, die die panamaische Anwaltskanzlei Mossack Fonseca gegründet haben soll, soll über führende Politiker und Prominente dunkle Flecken ans Licht bringen: Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Geheimfinanzen.

    Vor allem taucht im Zusammenhang mit den Panama Papers immer wieder der Name des russischen Präsidenten in den Medien auf. Bei zahlreichen Berichten wird davon gesprochen, dass Putin angeblich direkt an dem Finanzschema beteiligt sei. Komisch nur, dass sein Name nirgendwo in den enthüllten Dokumenten erscheint, im Gegensatz zu beispielsweise dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, dem König von Saudi-Arabien oder dem Vater von David Cameron, wie das Portal erläutert.

    Als Beispiele werden Artikel von Luke Harding für die Zeitung The Guardian angeführt. Der Mann sei „eine Bastion des ethischen Journalismus und überhaupt nicht paranoid". Dennoch habe Harding zwei Artikel veröffentlicht, insgesamt etwa 5.000 Wörter, in denen er das Wort "Putin" fast genauso oft benutzt wie den Konjunktiv. Dabei erwähne der Journalist in keinem seiner zwei Artikel die Namen der zwölf aktuellen und ehemaligen Staats- und Regierungschefs, deren Namen tatsächlich in den Dokumenten zu entdecken sind, so Off Guardian. Stattdessen konzentriere sich Harding auf einen Cellisten, der Putins Freund sein soll, oder auf die Hochzeit von Putins Tochter.

    „Unter anderem gibt es dort (in dem The Guardian-Beitrag – Anm. d. Red.) eine ganze Menge von Diagrammen mit großen Pfeilen, die auf Bilder von… Wladimir Putin zeigen. Das war´s dann anscheinend mit den Beweisen", geht aus dem Artikel hervor.

    Die einzig wichtige und richtige Phrase in Hardings Artikel sei, dass „der Name des Präsidenten (Putin) in keinem einzigen Dokument erscheint", so Off Guardian. Damit mache sich die Zeitung selbst lächerlich und verkomme zur Selbstparodie, "indem ein großes Foto, eine irreführende Überschrift und 5.000 Worte (welche Harding vermutlich von jemandem kopiert hatte)" von einer zarten Verbindung zu dem russischen Präsidenten zeugen sollen.

    Inzwischen sagte ein Vertreter der Kanzlei Mossack Fonseca, dass die Veröffentlichung ihrer Dokumente in den Medien „ein Verbrechen" und „ein Angriff" auf Panama sei. „Das ist ein Verbrechen, eine Straftat", sagte einer der Firmengründer, Ramon Fonseca, gegenüber der Agentur AFP. Dabei betonte er, dass dies ein Angriff auf Panama sei, weil einige Länder unzufrieden über den Erfolg des Unternehmens seien.

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    Tags:
    The Guardian, Wladimir Putin, Panama