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    Russlands Präsident Wladimir Putin

    Putins geheime Milliarden – Spekulationen der Meisterklasse

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    Enthüllungen der „Panama Papers“ (30)
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    Seit Jahren kreisen Medienberichte um ein angebliches illegales Vermögen des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Wert von mehreren Milliarden Dollar. Mit den neuesten Enthüllungen der „Panama Papers“ zeigen die Informationsmittler einmal mehr mit dem Finger auf den russischen Staatschef – bislang allein mit Spekulationen statt Beweisen.

    Flugzeuge, Jachten, Paläste, Aktien und vor allem riesige Mengen Geld – all das verbinden große und kleine Medien mit dem Namen des russischen Präsidenten. Zeitungen und Fernsehsender sprechen dabei oft von „Indizien“ und schwelgen im Konjunktiv. Worte wie „vermutlich“, „anscheinend“ und „mutmaßlich“ gehören zum unentbehrlichen Wortschatz der Medien, wenn es um Putins Geheimvermögen geht.

    Für großes Aufsehen sorgte 2015 der amerikanische Hedgefonds-Gründer Bill Browder. In einem CNN-Interview schätzte Browder Putins Privatvermögen auf etwa 200 Milliarden Dollar. Eine ziemlich große Summe, nicht? Sie ist gar so groß, dass man sie besser nicht in den Mund nehmen sollte, wenn man nicht weiß, wovon man spricht. Mit 200 Milliarden Dollar wäre der russische Präsident sofort automatisch der reichste Mann der Welt. Und wo blieben dann die bisherigen Spitzenreiter Bill Gates und Mark Zuckerberg? 

    In den 14 Jahren an der Macht, habe Putin ein Superreichtum anhäufen und diesen auf Schweizer Bankkonten, in Immobilien, Aktien oder Hedgefonds anlegen können. Browder sprach überzeugt und überzeugend in dem CNN-Interview, lieferte jedoch keinen einzigen Beweis. Dafür vermutete und kalkulierte er, was den Medien offensichtlich ausreichte, um daraus eine große Geschichte zu machen.

    Im Januar 2016  war dann der britische Sender BBC an der Reihe mit Mega-Spekulationen. Einen ganzen Dokumentarfilm haben die Briten produziert, in dem es um nichts anderes ging, als die mysteriösen, verborgenen Reichtümer des russischen Staatschefs. Diesmal nannten die Journalisten aber schon eine bescheidenere Summe: 40 Milliarden Dollar. Zwar wäre Putin damit nicht mehr der reichste Mann auf unserem Planeten, aber immerhin in Europa.

    Zu schade nur, dass bei dieser sorgfältigen journalistischen „Recherche“ wieder nur Vorwürfe und Vermutungen zu hören waren. Diverse Sprecher erzählen von der Korruptheit des russischen Präsidenten. Als Beweise wurden Dokumente gezeigt, auf denen man leider nicht viel erkennen konnte, vor allem nicht den Namen des russischen Staatschefs.

    Jetzt erreicht der Spekulationswirbel rund um Putins angebliche Schwarzgelder ein neues Niveau, diesmal mit den sogenannten Panama Papers. Journalisten behaupten, dass Putin ein Vermögen von rund zwei Milliarden Dollar besitzt. Obwohl in den enthüllten Dokumenten die Namen von 12 aktuellen und ehemaligen Staats- und Regierungschefs erscheinen, spricht man doch vor allem über einen Mann – einen Mann, dessen Name in diesem Zusammenhang nur in der Fantasie der Medienmacher vorkommt, nicht aber den realen Papieren.

    „Nein, in unserer Datenbank gibt es keine Informationen zu Putin“, sagte Drew Sullivan, Gründer des Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP), einer Organisation, die auch die Daten der Panama Papers ausgewertet hat.

    Genauere Informationen zu Putin und seinen Finanzen hat da der Kreml selbst zu bieten und veröffentlicht diese sogar seit Jahren: 2014 betrug das offizielle Einkommen des russischen Präsidenten 7,7 Millionen Rubel, umgerechnet etwa 112.000 US-Dollar oder 98.000 Euro. Monatlich verdient Putin 638.000 Rubel, also rund 9.000 Dollar oder 8.000 Euro – Summen, die man kaum als gewaltig bezeichnen kann, wenn es um das Gehalt eines Staatschefs geht.

    In Putins Eigentum befinden sich ein 15 Hektar großes Grundstück, eine 77-Quadratmeter-Wohnung, eine 18 Quadratmeter große Garage sowie eine 153-Quadratmeter-Wohnung mit einem 18 Quadratmeter großen Abstellplatz.

    Zu seinen Mobilien gehören ein Wolga GAZ M-21 und ein Wolga GAZ M-21-R, ein Geländefahrzeug Lada Niva und ein Skif-Autoanhänger.

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