05:23 22 November 2019
SNA Radio
    Fürstin Olga

    Russische Drohnen seit 10. Jahrhundert: Erfolge und Flops

    © Foto : Andrei Sedykh
    Panorama
    Zum Kurzlink
    Neue Waffen für russische Armee (670)
    5646
    Abonnieren

    Mit etwas Humor lässt sich die Geschichte russischer Drohnen bis tief ins Mittelalter verfolgen. Für aktuelle Verhältnisse sind unbemannte Luftfahrzeuge aber ein sehr ernstzunehmendes Thema. Während sie immer aktiver zum Einsatz kommen, werden ihre Vor- und Nachteile deutlicher.

    Die russische Wochenzeitung „WPK“ schreibt in ihrer neuen Ausgabe mit gewisser Ironie: „Bei der Entwicklung unbemannter Fluggeräte, die vom Boden aus gestartet werden, war wohl Fürstin Olga aus dem 10. Jahrhundert die Wegbereiterin. Als Waffe gegen den abtrünnigen Stamm der Drewlanen setzte sie Tauben ein und legte damit die gegnerische Stadt Iskorosten in Brand.“

    In den 1930er Jahren, so der Bericht, tüftelte der sowjetische Flugzeugkonstrukteur Nikitin an einem unbemannten Nurflügel, der als fliegender Torpedo gedacht war. Zum Jahr 1940 lag der Entwurf vor. Die geplante Reichweite betrug mehr als 100 Kilometer. Das Projekt wurde jedoch nicht umgesetzt, denn in der Luft herrschten damals Bomber.

    Das Konstruktionsbüro Tupolew erhielt 1957 einen Staatsaustrag für einen Überschall-Marschflugkörper mit mittlerer Reichweite. Zwar fand das experimentelle Modell Tu-121 keine weitere Anwendung, doch die damals entwickelte Konstruktion kam beim Konzipieren von Aufklärungsdrohnen zupass: Die Tu-123 Jastreb, die Tu-143 Rejs und die Tu-141 Strisch standen im Zeitraum von 1964 bis 1979 den sowjetischen Luftstreitkräften zur Verfügung.  

    Drohne Zala 421-16E5
    © Sputnik / Vladimir Astapkovich

    Diese Drohnen wurden an andere Mitglieder des Warschauer Paktes geliefert, aber auch an manche afrikanische und Nahost-Länder, darunter an Syrien und den Irak. Alleine die Tu-143 wurde in der Gesamtzahl von rund 950 Stück gebaut. Solche Drohnen kamen etwa im Libanonkrieg 1982 massiv zum Einsatz.

    Auch nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden Drohnen gebaut. Unbemannte Luftfahrzeuge aus russischer Produktion wurden bei Anti-Terror-Einsätzen im Nordkaukasus aktiv verwendet. Derzeit sind sie in Syrien präsent. 

    Die Drohnen haben aber auch ihre typischen Nachteile. Timur S., Major einer russischen Spezialeinheit des Heeres, sagte dem Blatt, solche Maschinen seien zu laut. Ein unbemanntes Flugzeug bleibe nicht so lange in der Luft; es falle ihm schwer, den Gegner zu entdecken, wenn sich dieser beispielsweise im Wald versteckt. Wenn die Drohne den Funkkontakt verliere, werde sie oft orientierungslos und könne abstürzen. Für taktische Spezialeinheiten, so der Major, seien unbemannte Hubschrauber besser, doch diese gebe es vorerst zu wenig.  

    Kapitän Ilja M. sagte, kleine unbemannte Hubschrauber, sogenannte Copter, seien in seiner Teileinheit vorerst nur experimentell zum Einsatz gekommen. Die mit Rotoren ausgestattete Drohne Nelk-V6 habe sich nicht schlecht gezeigt. Mit ihrer Nutzlast von zwei Kilogramm sei sie für Aufklärungs-, Such- und Rettungseinsätze geeignet. Die Maschine sei allerdings für Schusswaffen verwundbar, ziemlich teuer und nicht in der Lage, lange in der Luft zu bleiben.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Neue Waffen für russische Armee (670)

    Zum Thema:

    Pentagon: Mini-Drohne für jeden Soldat
    Russische Roboter, die Soldaten ersetzen sollen
    Medien: Russlands neue Drohne könnte amerikanische Stealth-Flugzeuge in Stücke reißen
    US-Experten entwickeln neuartige Amphibien-Drohne - VIDEO
    Tags:
    Drohne, Nelk-V6, Tu-141 Strisch, Tu-143 Rejs, Tu-123 Jastreb, Tu-121, Russland, UdSSR