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22:41 19 Juli 2019
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    Polizei in Köln

    Anweisung „von oben“: Kölner Polizei sollte Vergewaltigung vertuschen – Zeitung

    © AFP 2019 / Maja Hitij
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    Es gibt Neues zur Kölner Silvesternacht: Vertrauliche E-Mail-Korrespondenzen sollen den Verdacht der Vertuschung bei Innenministerium und Polizei erneut bestärken, wie die Kölner Zeitung Express schreibt.

    Auf Grundlage vorliegender vertraulicher E-Mails und Vermerke publiziert der Kölner Express nun neue Fakten über die Versuche der NRW-Landesregierung, das wahre Ausmaß der Taten in der Silvesternacht in Köln zu vertuschen. Danach soll die Kölner Polizei eine direkte Anweisung bekommen haben, das Wort „Vergewaltigung“ aus dem Bericht zu streichen.

    Jürgen H., Mitarbeiter der Kölner Kriminalwache, war laut Express-Informationen am 1. Januar gegen 13.30 Uhr an seinem Arbeitsplatz erschienen, um  Kriminalhauptkommissar Joachim H. abzulösen. Dabei will er das Ende eines heiklen Anrufs mitgehört haben.

    Laut Express will Joachim H. gehört haben:“ Nein, man werde nichts stornieren und auch die Vergewaltigung bleibe drin. Schließlich sei das vaginale und anale Einführen von Fingern, wie bei Sandra S. geschehen, ja eben genau das. Wenn das Ministerium eine andere Bewertung dazu habe, dann solle es sich direkt hier melden.“

    Zehn Minuten zuvor hätte das Düsseldorfer Innenministerium eine dringende Meldung aus Köln erhalten, die die Ereignisse in der Silvester-Nacht am Kölner Bahnhof geschildert hätten. Der Inhalt sei, so der Express, nahezu unglaublich: Schon damals sei klar gewesen, dass es Taten in diesem Ausmaß in Deutschland und in ganz Europa noch nicht gegeben habe.

    Noch unglaublicher erscheine jedoch der besagte Anruf. Der Anrufer soll ein Beamter der Landesleitstelle, einer dem Innenministerium untergeordnete Behörde,  gewesen sein, der nach Erhalt der brisanten Meldung die Bitte übermitteln wollte, die Meldung zu „stornieren“ beziehungsweise den Begriff „Vergewaltigung“ zu streichen.

    Dies sei „ein Wunsch aus dem Ministerium“ gewesen. Doch die Kölner Polizei blieb laut Express standhaft: Eine direkte Anweisung aus der Landeresgierung zur Vertuschung der Fakten wäre ein zu großer Skandal gewesen.

    Ein Sprecher des Innenministers Jäger dementierte dies, wie Express schreibt. Das Ministerium habe am 1. Januar „keinen Auftrag zur Stornierung der WE-Meldung“ erteilt. Doch wie er laut Express einräumte, habe es „Abstimmungsgespräche“ zwischen dem Landeskriminalamt und Köln gegeben. Für den NRW-Innenminister Ralf Jäger und andere Politiker könnten diese Vorwürfe noch hochbrisant werden.

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    Tags:
    vertuschen, Vergewaltigung, Köln, Deutschland