05:13 10 Dezember 2018
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    Einfach aus Türkei nach Brüssel? Terroristen-Abschiebung befremdet Belgiens Premier

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    Der belgische Premierminister Charles Michel hat die den Terroranschlägen von Brüssel vorangegangene Abschiebung des späteren Flughafen-Attentäters Ibrahim El Bakraoui aus der Türkei in einem Interview gegenüber CNN scharf kritisiert.

    „Es ist äußerst erstaunlich von Seiten eines Landes wie der Türkei und ihrem Präsidenten, dass es einer so gefährlichen Person so erlaubt wird, einfach ein Flugzeug ohne Polizeikontrolle nach Holland zu nehmen. Dabei wird das Zielland noch nicht einmal darüber in Kenntnis gesetzt, dass so eine Person kommt“, sagte der belgische Premier Michel im CNN-Interview.

    Zuvor hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärt, dass die türkischen Sicherheitskräfte einen der Attentäter von Brüssel, Ibrahim el Bakraoui, im Juni 2015 an der syrisch-türkischen Grenze festgenommen und noch im selben Monat nach Brüssel abgeschoben hatten. Laut Erdogan hatten die belgischen Behörden den Mann trotz Ankaras Warnung, dass er mit ausländischen Terroristen zu tun habe, auf freiem Fuß gelassen.

    Der belgische Justizminister Koen Geens hatte seinerseits der Türkei vorgeworfen, den Mann zwar abgeschoben, die belgische Seite über dessen vermutlichen Verbindungen zu Terroristen jedoch nicht in Kenntnis gesetzt zu haben. Später musste Geens jedoch zugeben, eine derartige Information von der türkischen Seite übermittelt bekommen zu haben. Dies allerdings habe „viel länger gedauert, als man dies unter solchen Umständen erwarten würde“.

    Bei den Anschlägen in Brüssel sind am 22. März 32 Menschen getötet und rund 340 verletzt worden. Zwei Bomben explodierten am Brüsseler Flughafen, eine weitere in der U-Bahnstation Maelbeek in der Nähe des EU-Viertels. Zu den Anschlägen bekannte sich die Terrororganisation Daesh (auch „Islamischer Staat", IS), die mehrere Gebiete im Irak und in Syrien kontrolliert.

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    Terrorist, Abschiebung, Terroranschläge von Brüssel, Ibrahim el-Bakraoui, Charles Michel, Recep Tayyip Erdogan, Belgien, Türkei