19:54 25 Juni 2019
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    Die Nachtwölfe

    "Siegesfahrt": Biker wollen Europäer nicht mit Sowjetsymbolik „traumatisieren“

    © AFP 2019 / Sergei Gapon
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    Biker-Club „Nachtwölfe“ auf Siegesfahrt 2016 nach Berlin (11)
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    Die russischen Biker aus dem Club „Nachtwölfe“, die am 29. April zu einer neuen Gedenktour nach Berlin aufbrechen, haben bereits Schengen-Visa bekommen. In diesem Jahr soll die Kolonne noch größer sein, mehr europäische Biker sollen hinzustoßen.

    Die russische Kolonne werde aus 40 Motorradfahrern bestehen, teilte der Leiter der Fahrt, Andrej Bobrowski, Sputnik mit. Zudem würden bis zu 60 europäische Teilnehmer erwartet. Nach Bobrowskis Worten wollen die Biker die Behörden in Europa nicht mit einem Überfluss an sowjetischer und russischer Symbolik „traumatisieren“, werden jedoch eine rote Siegesfahne mitnehmen.

    „Wir haben schon alle Schengen-Visa“, sagte Bobrowski. Mit Blick auf die Einreiseprobleme vom vergangenen Jahr sagte er: „Wir haben keine Angst vor Schwierigkeiten, sind jedoch auf Provokationen gefasst.“

    Bobrowski warf westlichen Medien vor, mit provokanten Artikeln aus den Nachtwölfen ein Schreckgespenst zu machen. „Man hat nicht vor den Bikern Angst, sondern vor der Wahrheit, die wir mitbringen“, sagte Bobrowski. „Denn alle werden sehen, dass wir nicht für Krieg, sondern für Frieden kommen und den europäischen Nachbarn als Freunde die Hand reichen. Das widerspricht den Russland-Stereotypen der örtlichen Medien.“ Dennoch bringe dieser Medienrummel nichts. „Einfache Menschen empfangen uns überall herzlich.“

    Im vergangenen Jahr haben die „Nachtwölfe“ — anlässlich 70 Jahre Kriegsende – versucht, mit einer Motorradtour von Moskau nach Berlin an den Sieg der Sowjetunion über Hitlerdeutschland zu erinnern und der Kriegsopfer zu gedenken. Doch schon an der polnischen Grenze wurde klar, dass sich das Vorhaben nicht nach Plan umsetzen lassen würde.

    Polen verweigerte den „Nachtwölfen“ die Einreise. Auch Deutschland annullierte mehreren Bikern die Einreisevisa. Dennoch gelang es vereinzelten Biker-Gruppen, die „Siegestour“ fortzusetzen und im Treptower Park sowie im Deutsch-Russischen Museum in Karlshorst Blumen niederzulegen. Zahlreiche örtliche Sympathisanten begleiteten die Biker auf ihrer 6000 Kilometer langen Reise.

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