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    Auschwitz-Prozess: Ehemaliger KZ-Aufseher stirbt kurz vor Prozessbeginn

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    Der ehemalige Wachmann des NS-Vernichtungslagers Auschwitz, der wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 1075 Fällen zur Verantwortung gezogen werden sollte, ist mit 93 Jahren eine Woche vor der Hauptverhandlung in Hanau gestorben, wie das Landgericht am Donnerstag mitteilte.

    Der Prozess hätte am 13. April beginnen sollen.

    Ernst Т. war vom 1. November 1942 bis 25. Juni 1943 als Angehöriger der SS-Division „Totenkopf“ Wachmann im Konzentrationslager Auschwitz gewesen. Damals hatte er sich an der Aufnahme von Gefangenen teilgenommen, die aus Berlin, aus Frankreich und den Niederlanden in dem Konzentrationslager eingetroffen waren. Mindestens 1075 der Neuzugänge waren gleich nach ihrer Ankunft in den Gaskammern des Lagers getötet worden.

    Der Prozess gegen Ernst Т. war für 2015 angesetzt. Gegen ihn ermittelte die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main. Der ehemalige Wachmann sprach nie über seinen Dienst in Auschwitz, die Information darüber schockierte sogar seine Kinder. Dem Anwalt von Ernst Т. zufolge hatte er sich bei der SS beworben, weil „er nichts zu essen hatte, und dort wurde er ernährt“.

    Nach Auschwitz kämpfte er an der Ostfront, geriet in Gefangenschaft und kehrte 1948 nach Deutschland zurück. Sein weiteres Leben arbeitete er in einer Fabrik und wohnte in einem Dorf. Seine Nachbarn und Freunde bezeichneten ihn als einen bescheidenen und freundlichen Mann.

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    Tags:
    Staatsanwaltschaft, Auschwitz