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    Bergungskräfte am Absturzort der Tupolew Tu-154 in der Nähe von Smolensk. April 2010

    Kaczynski-Absturz bei Smolensk: Verteidigungsminister wirft Tusk Berichtfälschung vor

    © RIA Novosti . Ilya Pitalew
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    Der Bericht der damaligen polnischen Regierung unter Donald Tusk über die Flugzeugkatastrophe bei Smolensk, bei der Präsident Lech Kaczyński ums Leben gekommen war, ist falsifiziert worden, wie der aktuelle Verteidigungsminister Polens, Antoni Macierewicz, in einem TVP-Interview sagte.

    Zuvor hatte der Abgeordnete der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit, Jacek Sasin, erklärt, dass der jetzige Vorsitzende des Europarates, Donald Tusk, der 2010 Ministerpräsident Polens war, vor ein Tribunal gestellt werden sollte.

    Diese Stellungnahme Sasins hat Macierewicz folgenderweise kommentiert:

    „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Sasin so etwas gesagt hat. Ich glaube, er schloss diese Möglichkeit einfach nicht aus. Tusk hatte vollständig die Kontrolle über die Ermittlungen (im Absturzfall — Anm. d. Red.) und alle behördlichen Entscheidungen übernommen. Also hat er auch komplett die Verantwortung für alles in diesem Fallcübernommen. Und der Bericht ist falsifiziert worden. Eine Fälschung des Regierungsberichts muss doch Konsequenzen haben“, so der polnische Verteidigungsminister.

    Die polnische Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) und besonders dessen Abgeordneter Antoni Macierewicz hatten stets Kritik an der offiziellen Version des Flugzeugabsturzes 2010 bei Smolensk geübt: Das Flugzeugunglück sei keine Folge menschlichen Versagens und einer Fehlentscheidung des polnischen Präsidenten, sondern angeblich ein vom Kreml im Voraus geplanter und durchgeführter Anschlag gewesen.

    Am 4. Februar war die Ermittlung des Flugzeugabsturzes bei Smolensk unter Beteiligung 18 Experten wieder aufgenommen worden.

    Die jetzige Regierung Polens hatte bereits mehrals erklärt, dass Donald Tusk eine moralische und politische Schuld an dem Unglück trage, da seine Regierung bei der Vorbereitung des Unglücksflugs "zahlreiche Fehler" gemacht hatte.

    Vor genau sechs Jahren, am 10. April 2010, war  der polnische Präsidentenjet bei Smolensk in Westrussland abgestürzt. Alle 96 Personen an Bord kamen ums Leben, darunter viele polnische Spitzenpolitiker sowie der Präsidenten Lech Kaczynski. Sie waren auf Einladung des damaligen russischen Ministerpräsidenten Wadimir Putin auf dem Weg zu einer Gedenkveranstaltung im Rahmen des 70. Jahrestages des "Massakers von Katyn".

    Donald Tusk selbst war bereits einige Tage vorher angereist.

    Nach Angaben der russischen Ermittler ist der Absturz unmittelbar darauf zurückzuführen, dass die Piloten die Warnungen der russischen Fluglotsen ignorierten und beschlossen, trotz Nebels in Smolensk zu landen. Polens Luftwaffenchef Andrzej Blasik soll mit 0,6 Promille Alkohol im Blut die Piloten trotz wiederholter Warnungen der russischen Fluglotsen zur Landung gezwungen haben.

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    Tags:
    Antoni Macierewicz, Lech Kaczynski, Donald Tusk, Smolensk, Polen