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15:40 18 August 2019
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    Samar Abbas

    Kriegsberichterstatter: Zierliche syrische Frauen an vorderster Front

    © Sputnik / Khaled Al-Khatib
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    Kampf gegen den IS (813)
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    Die syrischen Frauen sind während des gnadenlosen Krieges, den bewaffnete Extremisten gegen Syrien angezettelt haben, zum Symbol für Leid und Trauer geworden.

    Das blutende Syrien wird in arabischen Medien in Gestalt einer blutenden Frau dargestellt, die Leid und Verluste erträgt, jedoch weiterhin fest auf dem Boden steht.

    Unter den syrischen Frauen gibt es solche, die von der syrischen Bevölkerung selbst auf eine gesonderte Ebene gehoben werden. Das sind Kriegsjournalistinnen, die seit dem ersten Tag des „bewaffneten Chaos“ im Lande ihr Leben riskieren, um neueste Nachrichten vom Schlachtfeld zu holen. 

    Fotos: Kurdische Frauen im Kampf gegen IS

    Frauen, die ihr langes und schönes Haar unter einem Schutzhelm verstecken und ihre zarten Schultern mit Schutzwesten mit Presse-Bezeichnungen bedecken, gingen bereits als Verteidiger in die Geschichte Syriens ein.

    Die Nachrichtenagentur Sputnik fragte einige Kriegsjournalistinnen, warum sie beschlossen haben, das friedliche Leben hinter der Frontlinie zu lassen und in den Brandherd der Kampfhandlungen zu gehen.

    Aufnahme um jeden Preis

    Samar Abbas, die am Anfang des Krieges als Freiwillige zur Unterstützung der Syrischen Arabischen Armee zur Volkswehr ging und danach Kriegsreporterin wurde, meint, dass sie damit die Ehre und Würde aller syrischen Frauen verteidigt.

    „Die Lügen und die Heuchelei der Medien, die uns betrügen, bewegten mich dazu, mit dem Kriegsjournalismus zu beginnen. Als die Medien manipulierte Fotos bei Massendemos in Damaskus veröffentlichten, begab ich mich sofort in diese Gebiete und fotografierte die ganze Wahrheit, damit die Menschen sehen, dass es dort keine Demos gibt“, sagte Samar. 

    Laut Samar war das zunächst eine Reaktion auf manipulierte Nachrichten über Ereignisse in ihrem Lande. Der Wendepunkt, als sie beschloss, die Militäruniform anzuziehen und Kriegsreporterin zu werden, war die Reportage einer Kollegen aus Dschisras-Schugur über einen Massenmord an Mitarbeitern der Sicherheitsstrukturen und einiger ziviler Einwohner, und der anschließende Terroranschlag im Bezirk Kafar Sousah. Der erste Ort, wohin sie sich zur Berichterstattung begab, war Ostguta bei Damaskus.

    Samar Abbas
    © Sputnik / Khaled Al-Khatib
    Samar Abbas

    „Ich fuhr an die Front von Ostguta und arbeitete Schulter an Schulter mit meinem Ehemann, der 2013 ums Leben kam. Sein Heldentod verlieh mir die Kraft, seine Sache fortzusetzen und alle Handlungen unserer Armee an anderen Fronten zu beleuchten. Mein einziges Ziel ist: entweder der Tod für das Land oder die Berichterstattung über unseren Sieg“, sagte Samar.

    Samar setzt ihre Arbeit trotz der Tatsache fort, dass sie bei einem Minen- und Raketenbeschuss während der Berichterstattung bei Hama dreimal schwer verletzt wurde. Sie kann ihre Tätigkeit nicht aufgeben, weil mehrere ihrer Kollegen bei der Berichterstattung über den Krieg der syrischen Armee gegen die Terroristen ihr Leben opferten.

    Mit der Kamera an der Front

    Aurora Isa wird von Soldaten scherzhaft als „zum Tode verurteilt“ bezeichnet, weil sie mehrmals mit der Kamera durch dick und dünn ging, um Aufnahmen von der vorderen Frontlinie zu bekommen. Sie sieht ihren Beruf als größtes Opfer, das sie ihrem Volk bringen könnte.

    Aurora Isa
    © Sputnik / Khaled Al-Khatib
    Aurora Isa

    Aurora studierte Journalismus, Kriegsreportage war für sie ein unerfüllbarer Traum. Doch mit Beginn des Krieges verstand sie, dass sie ihrem Land nur als Kriegsjournalistin dienen kann.

    „Als mein Bruder auf dem Kampffeld ums Leben kam, war dies ein Appell an mich. Ich gab damals allen das Versprechen, dass ich das Volk mit meiner Waffe verteidigen werde – mit dem Journalismus. Seit dieser Zeit gehe ich ständig an die vordere Frontlinie zusammen mit bewaffneten Kameraden“, sagte Aurora.

    Die Arbeit begann, als eine Volkswehreinheit sie darum bat, sie als ständige Kriegsjournalistin zu begleiten. Hier zeigte sie Mut und Furchtlosigkeit vor dem Tod, als sie Reportagen über die Kämpfe drehte.

    Aurora Isa
    © Sputnik / Khaled Al-Khatib
    Aurora Isa

    „Als ich das alles im Krieg sah, verstand ich, dass das Leben der Weg zur Würde ist. Das Leben kann in einer Sekunde enden. Sehr wichtig ist, was von dir in der Geschichte bleibt“, sagte Aurora.

    Syrien verlor während des Kriegs neben friedlichen Einwohnern und Soldaten auch viele Journalisten. Das auffallendste Beispiel ist die Tötung der Kriegskorrespondentin des syrischen TV-Senders Al-Ikhbariya, Yara Abbas, an der Front von Homs durch einen Scharfschützen. Der Terrorist tötete sie, obwohl sie auf ihrer Kleidung als Vertreterin der Presse zu erkennen war.

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    Tags:
    Frauen, Aurora Isa, Samar Abbas, Syrien