Widgets Magazine
12:57 20 Oktober 2019
SNA Radio
    Frau in einem Kopftuch

    Kopftuch-Prozess in Berlin: Lehrerin vor Gericht gescheitert

    © Flickr / Frank Boston
    Panorama
    Zum Kurzlink
    11997
    Abonnieren

    Mit ihrer Klage gegen das Kopftuchverbot an allgemeinbildenden Schulen in Berlin ist eine muslimische Lehrerin vor Gericht gescheitert: Die Richter erklärten das Verbot für rechtens, wie Focus-Online am Donnerstag berichtet.

    Die junge Frau hatte sich früher auf eine Arbeitsstelle als Lehrerin in Berlin beworben. Als man bat, das Kopftuch in den Schulräumen abzunehmen, lehnte sie das ab. Der Arbeitsplatz wurde ihr deswegen verweigert. 

    Die Frau fühlte sich diskriminiert und reichte Klage beim Berliner Arbeitsgericht ein, um eine Entschädigung zu erstreiten. Laut ihrer Anwältin hatte die Ablehnung mit den beruflichen Qualifikationen ihrer Mandantin nichts zu tun gehabt. In einer persönlichen Erklärung, die im Prozess verlesen wurde, sprach die Lehrerin von einem faktischen Berufsverbot. Persönlich war die Klägerin vor Gericht nicht erschienen.

    Es war das erste Mal, dass eine Lehrerin gegen das Kopftuchverbot klagte. Wäre der Klage stattgegeben worden, hätte das weitreichende politische Folgen haben können: Das Berliner Gesetz hätte gar für verfassungswidrig eingestuft werden können.

    In Berlin gilt das sogenannte Neutralitätsgesetz, welches das Tragen eines Kopftuchs für öffentliche Bedienstete wie Lehrerinnen, Polizeibeamtinnen oder Richterinnen verbietet. Bei Lehrerinnen wird es meist damit begründet, dass sie mit religiösen Symbolen ihre Schüler beeinflussen könnten.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Dresscode-Wechsel wie im Flug: Air-France verpflichtet Iran-Stewardessen zu Kopftuch
    Frankreichs Frauenministerin: Frau mit Kopftuch ist wie "Neger" für Sklaverei
    Meiste Russen gegen Kopftuch-Tragen in Lehranstalten - Umfrage
    Tags:
    Urteil, Verbot, Gericht, Kopftuch, Deutschland