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16:51 19 Oktober 2019
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    Christo testet die schwimmenden Pontos. Oktober 2015

    Italienischer Sommer-Hit: Schwimmende Spazierstege von Reichstag-Verhüller Christo

    © Wolfgang Volz
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    Diesen Sommer bekommen Touristen in Italiens Lombardei die einmalige Chance, übers Wasser gehen zu können. Die drei Kilometer langen, beweglichen Pontons auf dem Iseosee hat der 80-jährige Künstler Christo entwickelt, der vor über 20 Jahren einmal den Berliner Reichstag verhüllt hatte.

    Das Projekt nannte Christo „The Floating Piers“ („Die schwimmenden Pontos“) und widmete die seiner 2009 verstorbenen Frau Jeanne-Claude. Das Künstlerpaar hatte in 50 Jahren zusammen 22 Monumentalkunstwerke geschaffen, wobei Dutzende weitere wegen fehlender Genehmigungen von öffentlicher Seite in den Schubladen bleiben mussten. Die „Schwimmenden Pontos“ sind ein solches Projekt, das lange auf die Umsetzung warten musste. Es war eigentlich schon 1970 für den Rio de la Plata in Argentinien konzipiert worden.

    Aufbauarbeiten der schwimmenden Pontos auf dem Iseosee. Februar 2016
    Aufbauarbeiten der schwimmenden Pontos auf dem Iseosee. Februar 2016

    Die Pontos sollen zehn bis fünfzehn Millionen Euro kosten, was der Künstler – wie auch bei früheren Projekten – selbst finanzieren wird. Er wolle unabhängig bleiben, erklärt Christo diesen Schritt.

    Vom 18. Juni bis 3. Juli sollen Besucher auf kleinen schwimmenden Brücken über den See zu den malerischen Inseln Monte Isola und San Paolo spazieren können.

    Projekt der schwimmenden Pontos auf dem italienischen Iseosee
    Projekt der schwimmenden Pontos auf dem italienischen Iseosee
    Projekt der schwimmenden Pontos auf dem italienischen Iseosee
    Projekt der schwimmenden Pontos auf dem italienischen Iseosee

    Die Stege aus 200.000 komplett recyclebaren Polyethylen-Würfeln sind mit 200.000 riesigen Schrauben verbunden und mit dichtgewebtem Nylon bespannt, das je nach Lichteinfall die Farbe ändert und bei Feuchtigkeit in intensivem Rot leuchten soll, wie die Agentur AFP zu dem Projekt schreibt.

    „Alle unsere Projekte haben mit körperlichen Empfindungen zu tun“, sagte Christo gegenüber der AFP. „Ich mag keine Computer, ich spreche nicht gerne am Telefon. Ich trete durch physischen Instinkte mit den Dingen in Kontakt, nicht virtuell.“ Es sei ein unbeschreibliches Gefühl, „wenn man auf sehr kleinen, stoffbespannten Wegen auf sehr fester Oberfläche geht und dann plötzlich anfängt, auf dem Wasser zu laufen“.

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    Der verhüllte Reichstag

    Christo und Jeanne-Claude, beide am selben 13. Juni 1935 geboren, realisierten zusammen mehrere Verhüllungsprojekte. Internationales Aufsehen erregten 1985 die verpackte Brücke Pont Neuf in Paris sowie 1995 der verhüllte Reichstag. Letzterem sollen 25 Jahre Kampf mit der zuständigen Bürokratie vorausgegangen sein.

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    Tags:
    Reichstag, Christo, Japan, Italien, Berlin, Deutschland, USA