21:37 15 Dezember 2019
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    Reagenzglas mit dem Aufkleber „Milzbrand“ im Museum der norwegischen Polizei in Trondheim

    Sensation in norwegischem Museum: Bio-Waffe aus Erstem Weltkrieg?

    © Foto : The National Museum of Justice
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    Im Museum der norwegischen Polizei in Trondheim ist ein kleines Reagenzglas mit dem Aufkleber „Milzbrand“ aufgetaucht. Wie die lokale Tageszeitung „Adresseavisen“ mitteilt, soll es im Januar 1917 bei dem deutschen Offizier Baron Otto Karl von Rosen auf einer Rentierfarm in Karasjok beschlagnahmt worden sein, berichtet die "Nesawissimaja Gazeta".

    Der Inhalt des Reagenzglases wurde im mikrobiologischen Labor der norwegischen Streitkräfte in Oslo untersucht. Wie sich herausstellte, enthielt es tatsächlich Sporen des Milzbrandes, die selbst nach fast einhundert Jahren immer noch fähig wären zu töten. 

    Wie das US-Journal „Time“ behauptet, enthält ein Gramm dieser Kultur eine Billion Sporen, was theoretisch etwa 100 Millionen tödliche Dosen ausmacht.

    Experten der Vereinten Nationen erklären: Würde man 45 Kilogramm dieser Sporen mittels spezieller Geräte in einer Stadt mit einer Million Einwohnern zerstäuben, würden dort innerhalb einer Woche etwa 36.000 Menschen sterben.

    Forscher vermuten, dass das deutsche Kaiserreich, das im Ersten Weltkrieg als erstes Land Chemiewaffen eingesetzt hatte, außerdem versucht habe, biologische Waffen anzuwenden, wahrscheinlich besonders zu Sabotagezwecken.

    Der Milzbrand war möglicherweise dazu bestimmt, Rentierherden zu vernichten, denn, so befürchtete die deutsche Militärführung, mit Hilfe der Rentiere hätten Russlands Bündnispartner in der Entente Ausrüstung, Munition und Lebensmittel nach Russland bringen können.

    Die Route über das nördliche Festland schien unter den Bedingungen des von Deutschland geführten gnadenlosen Seekrieges aussichtsreicher zu sein. Und die Deutschen beunruhigte das offenbar mehr als andere.

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    Tags:
    Erster Weltkrieg, Otto Karl von Rosen, Trondheim, Deutschland, Russland