09:56 25 September 2017
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    Die Flagge von den USA und der EU

    Partnerschaft Europa-USA im Nato-Rahmen – „nichts als Illusion“

    © AFP 2017/ Thierry Charlier
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    Die Kritik des US-republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump gegen die Nato ruft in Europa Besorgnis hervor, wie das US-Portal „Business Insider“ schreibt. Die Partnerschaft der USA mit Europa im Rahmen der Nato sei dabei nichts anderes als eine Täuschung.

    In letzter Zeit werde Europa immer mehr mit für den gesamten Kontinenten geltenden Sicherheitsproblemen konfrontiert. Die EU-Länder haben aber keinerlei Militärpotential, außer der aus der Zeit gekommenen Nato, so ein Analytiker des Portals.

    Die EU sei besorgt darüber, dass die USA der Nato nicht mehr vertrauen und die Allianz nicht Sicherheitsgarant mehr wie bisher sei. „Business Insider“ schätzt diese Besorgnis als realistisch ein.

    Die Europäer hätten damit gerechnet, eine entscheidende Stimme bei Militäreinsätzen zu haben. Der tatsächliche Einfluss der EU-Staaten sei nun jedoch so gering, dass ihre Beteiligung in den meisten Fällen rein symbolischen Charakters gewesen sei. Zugleich berücksichtigen die USA immer weniger die Interessen der übrigen Allianz-Mitglieder, so der Analytiker. 

    Das Konzept einer „sanften“ Kraft, welches den vermehrten Einsatz von Truppen verhindern sollte, bezeichnet der Autor nur als ein Mittel, um aus der Realität zu fliehen. Schnell hätten die Europäischer begriffen, dass diese Kraft wahrlich „zu sanft“ sei. Nach dem Zerfall der UdSSR sei die Militärallianz überhaupt eher zu einem Instrument zur europäischen Integration als zur Sicherheit geworden, so das Wirtschaftsportal. 

    Die Nato-Mitgliedsländer sollen mindestens je zwei Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes (BIP) für die Verteidigung ausgeben. Diese Regel hielten derweil aber nur wenige EU-Länder ein, während die meisten sie einfach ignorieren würden. Und angesichts dieses Missverhältnisses zwischen den Militärausgaben würden die USA Europa auch weiterhin wohl kaum mehr Stimmrecht gewähren, so der Autor. 

    Zuvor hatte Trump die Nato als „veraltete und wirtschaftlich ungünstige Organisation“ bezeichnet. Seine Sichtweise auf die Nato teilte Trump vor dem Hintergrund der beträchtlichen Verstärkung der Nato-Präsenz in Osteuropa, besonders im Ostsee-Raum, mit, die er sichtlich kritisch beurteilt. Zumal gerade diese Nato-Ost-Erweiterung die Spannungen in den Beziehungen zu Russland begründet habe. 

    Moskau hatte mehrmals seine Bereitschaft erklärt, das Vorgehen des Westens adäquat zu beantworten.

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    Tags:
    Partnerschaft, NATO, Business Insider, Donald Trump, Russland, Europa, USA
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