06:12 25 Januar 2020
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    Seit die Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP) in der Türkei an der Macht ist, wurden tausende von Internetseiten gesperrt, hauptsächlich oppositionelle Nachrichtenportale und Nachrichtenagenturen. In einem Interview mit Sputnik haben Journalisten blockierter Newsseiten die Situation kommentiert.

    Ihren Angaben zufolge ist die Zensurpolitik der AKP-Partei ein eindeutiges Beispiel für den Kampf der türkischen Regierung gegen den Zugang der Bevölkerung zu objektiven Informationen. Laut Daten von Professor Yaman Akdeniz der Istanbuler Bilgi-Universität erreichte die Zahl der gesperrten Seiten in der Türkei im vergangenen Jahr 90.000.

    Das Nachrichtenportal Sendika.org, welches vor 15 Jahren in der Türkei gegründet worden war, wurde binnen neun Monaten elf Mal zensiert. Laut einem Redakteur der Seite, Vecih Cüzdan, führt die Regierung auf diese Weise einen Krieg gegen objektive Informationen.

    „Die Zensur wurde zum Mittel in einem großen Krieg der AKP. Die Regierung versucht mit allen Kräften, die Berichterstattung über diesen massierten Angriff zu verhindern, der in allen Bereichen der türkischen Öffentlichkeit geführt wird. Dafür werden sie den Zugang zu allen unabhängigen Ressourcen (…) sperren, bis sie das erreicht haben, was sie wollen“, sagte Cüzdan.

    Was die Blockierung der türkischen Sputnik-Seite betrifft, sagte der Journalist, dass es erste Anzeichen für solch einen Beschluss gegeben habe, als sich die Beziehungen zwischen Moskau und Ankara wegen des Abschusses des russischen Su-24-Jets durch die Türkei verschlechtert hatten. „Es ist absolut klar, dass der Beschluss über die Sperrung aus politischen Motiven getroffen wurde“, fügte er hinzu.

    Die türkische Newssite ANF wurde laut ihrem Redakteur Ali Barış Kurt aufgrund von Vermutungen der Regierung gesperrt, dass die Nachrichtenagentur Artikel veröffentlichen wird, in denen die Militäroperation der türkischen Streitkräfte im Südosten des Landes verurteilt wird.

    Die Handlungen der aktuellen türkischen Regierung verglich der Journalist mit „faschistischen Maßnahmen aus der Vergangenheit“. „In diesem Kampf gegen die weitgehende Zensur können wir nur dann Ergebnisse erreichen, wenn wir unsere Haltungen hart vertreten und die objektive, unabhängige Journalistik verteidigen“, so Kurt.

    Vor kurzem wurde schon zum 33. Mal der Zugang zu Inhalten der Nachrichtenagentur DİHA blockiert, welche sich auf die Berichterstattung über die Lage im Südosten der Türkei fokussiert hat. Dem Redakteur Çağdaş Kaplan zufolge wird niemals erläutert, warum die eine oder andere Seite gesperrt wurde.

    „Die AKP-Regierung will nicht, dass im Land Rhetorik und Meinungen laut werden, die sich von der eigenen (der Meinung der Regierung – Anm. d. Red.) unterscheidet. Sputnik hat mit Sicherheit eine oppositionelle Meinung demonstriert und hat eine objektive, unparteiische Berichterstattung angestrebt. Und das hat natürlich eine negative Reaktion bei der Regierung provoziert“, erläuterte der Journalist.

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    Tags:
    Zensur, Medien, Rossiya Segodnya, Sputnik, AKP (”Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung”), Türkei