14:23 24 Juni 2017
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    Sputniknews bekommt eine Auszeichnung des Journalistenverbandes der Türkei

    Sputnik-Türkei-Chef: „Aufenthaltstitel, Presseausweis und Pass entzogen“

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    Das jüngste Einreiseverbot in die Türkei ist für den Büro- und Redaktions-Chef von Sputnik Türkei, Tural Kerimow, eigenen Angaben zufolge keine Überraschung gewesen, obwohl es ihm doch befremdlich vorkam.

    Gegen die Sicherheitsbeamten des Flughafens hat Kerimow keine Beschwerden, sagte er in einem Gespräch mit Sputniknews.

    „Weder die Sicherheitsbeamten des Flughafens, noch der Grenzdienst oder die Polizei verfügte über irgendwelche Informationen (zu dem Einreiseverbot – Anm. der Red.), ich kann das schon verstehe. Das System hat angegeben, dass ich eine ‚persona non grata‘ bin, und sie haben der Vorschrift entsprechend gehandelt“, so Kerimow.

    Gleichzeitig erwarte der ausgewiesene Journalist Kommentare zu dem Geschehenen, die das russische Generalkonsulat in Istanbul und die Botschaft in Ankara von den zuständigen Behörden zu bekommen versucht.

    „Mir wurde meine Aufenthaltserlaubnis und mein Presse-Ausweis genommen, den mir die Telekommunikationsbehörde des Ministerpräsidenten der Türkei erteilt hatte. Die Situation wird aber noch interessanter angesichts der Tatsache, dass ich in der Nacht zu Sonntag vergangene Woche Istanbul in Richtung Moskau verlassen habe. Damals musste ich zwar zehn Minuten an der Passkontrolle verbringen, aber alles war in Ordnung. Niemand hat mich abtransportiert, und jetzt wird die Einreise verweigert“, erklärte Kerimow.

    Am Mittwoch war der Journalist mit einer Aeroflot-Maschine im Flughafen von Istanbul gelandet. Bei der Passkontrolle habe er etwa zehn Minuten verbracht, wonach ihn ein Beamter zu einer Durchsuchungsstelle für Einreisende brachte. Dort musste er etwa eine Stunde ohne Angaben von Gründen warten.

    „Ich wurde gebeten, meine Ausweispapiere vorzulegen, was ich gemacht habe: die Bordkarte Moskau-Istanbul, meinen russischen Reisepass, den Presseausweis von der türkischen Medienbehörde und die türkische Aufenthaltserlaubnis. Als ein gesetztreuer Bürger habe ich alle Papiere vorgelegt, die meiner Meinung nach mit dem Vorfall verbunden sein könnten. Ich bin doch auf keiner Privatreise, ich bin hierher gekommen, weil ich der Bürochef in Istanbul bin“, sagte Kerimow weiter.

    Danach habe man mir ein Papier ausgehändigt, wo es hieß, ihm sei die Einreise in die Türkei verboten. In dem Schreiben waren ebenfalls keinerlei Gründe angegeben. Man habe Kerimow empfohlen, mit dem nächsten Flieger nach Russland zurückzukehren.

    „Ich kann das nicht nachvollziehen: Warum wurden diese Papiere nicht während meines Aufenthaltes im Land oder bei der letzten Abreise außer Kraft gesetzt, wenn ich doch eine unerwünschte Person bin. Das ist fragwürdig. Die Papiere hat man mir nach der Kontrolle nicht zurückgegeben, auch den Pass nicht. Man hat mir erklärt, ich werde meinen Pass an Bord des Flugzeuges nach Moskau zurückbekommen“, so Kerimow, der schon heute Abend im Flughafen Scheremetjewo zurückerwartet wird.

    Die realen Gründe des Einreiseverbots für den Büro- und Redaktions-Chef von Sputnik Türkei bleiben bis jetzt offen. Der türkische Vize-Premier Numan Kurtulmuş hat allerdings schon angegeben, dass das Einreiseverbot gegen Kerimow auf Beschluss von Sicherheitskräften des Landes verhängt worden war. Der Journalist selbst glaubt, diese Maßnahme könne mit der Blockierung der Webseite von Sputniknews in der Türkei verbunden sein.

    „Es wäre aus der Sicht des Gesetzes falsch, etwas jetzt zu behaupten, da wir immer noch kein Urteil des Gerichts in Ankara über die Blockierung der Webseite erhalten haben. Auch zu den Gründen des Einreiseverbots gegen mich schweigen die zuständigen Behörden“, so Kerimow.

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    Tags:
    Pressefreiheit, Einreiseverbot, Sputniknews, Tural Kerimow, Türkei, Russland
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