04:54 24 November 2017
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    Datensammlung: GB-Geheimdienste nutzen Daten von Briten für Versand von Postkarten

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    Die britischen Geheimdienste haben Personendaten von Briten gesammelt, die für die Regierung kein Interesse darstellten, und sie für persönliche Zwecke genutzt, schreibt die britische Zeitung „The Guardian“ unter Bezugnahme auf Dokumente, die die Organisation Privacy International offengelegt hat.

    Die britischen Geheimdienste erhielten Informationen über fast alle Facetten des Lebens der britischen Bürger: gesammelt wurden Passangaben, abgefangene E-Mails, Daten von entschlüsselten Telefongesprächen sowie Berichte über unternommene Reisen. Dabei sei der Großteil der Daten für die Arbeit eines Geheimdienstes nicht von Interesse, hebt das Blatt hervor.

    Laut einigen internen Dokumenten missbrauchten die Mitarbeiter der Geheimdienste oft ihre Befugnisse, indem sie vertrauliche Informationen nutzten, um eine Verteilerliste von Glückwunschkarten zu erstellen oder Urlaube zu planen. Mit Hilfe der Datenbank wurden auch nicht selten interne Dokumente gefälscht, schreibt „The Guardian“.

    Aus den veröffentlichten Dokumenten geht hervor, dass die Geheimdienste GCHQ, MI5 und MI6 seit dem Ende der 1990er Jahre massenweise Personendaten von Briten gesammelt hatten. Nichtsdestoweniger dementiert die britische Regierung weiter diese Informationen.

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