04:53 24 November 2017
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    Der bolivianische Präsident Evo Morales zeigt ein Coca-Blatt bei Uno-Sitzung

    „Wo US Army, dort Drogen“: Boliviens Präsident will US-Stützpunkte auflösen

    © REUTERS/ Mike Segar
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    Überall dort, wo es US-Militärbasen gibt, steigen Kriminalität und Drogenhandel, wie der bolivianische Präsident Evo Morales auf einem Uno-Gipfel erklärte. Daher sollte die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA aufgelöst und US-Militärstützpunkte geschlossen werden.

    „Dort, wo es DEA und US-Militärbasen gibt, wachsen Drogenhandel, Kriminalität, es gedeihen Regierungen, die alles privatisieren, es gibt Korruption in der Justiz, illegalen Luxus, korrupte Eliten, das Bankengeheimnis und sogar das Coca-Blatt wird kriminalisiert“, wird Morales von der Agentur ABI zitiert.

    Morales war seinerzeit Leiter der Cocalero-Bewegung, eines Verbandes der Cocastrauch-Bauern. Der traditionelle Konsum von Coca in Bolivien sei ein Teil der Anden-Kultur. Morales hat sich bei wichtigen internationalen Veranstaltungen immer wieder für die Legalisierung von Coca eingesetzt. Bei einer Drogenkonferenz der Uno hat Morales gar Coca-Blätter gekaut, um seine Position zu verdeutlichen.

    Auch diesmal brachte Morales Coca-Blätter mit und präsentierte diese allen Teilnehmern des Uno-Gipfels bei seinem Auftritt. „Die Schließung der DEA und der US-Militärbasen wären konkrete Schritte gegen Drogen“, so der bolivianische Staatschef.

    Morales wies zudem auf einen Anstieg des weltweiten Drogenkonsums um 40 Prozent hin. Er warf den USA eine „heuchlerische Politik“ vor: Washington nutze den Drogenkampf als eine Ausrede für Invasionen in andere, an Naturressourcen reiche Länder.

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    Tags:
    Drogenhandel, Uno, USA, Bolivien