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00:22 23 September 2019
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    Frauen im Irak

    Gute Nacht, Daesh: 12-jähriges Mädchen kocht für IS-Kämpfer Schlaftee und flieht

    © AFP 2019 / Ahmad Al-Rubaye
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    Einem jesidischen Mädchen ist es gelungen, zusammen mit ihrer 17-jährigen Tante aus der Gefangenschaft der Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) zu fliehen, berichtet die Agentur BasNews. Die beiden sollen den Wächtern in der irakischen Stadt Mossul Schlafmittel in den Tee geschüttet haben.

    Die unglaubliche Geschichte der beiden Mädchen erzählte Vian Dakhil, eine Vertreterin der Jesiden und Mitglied des irakischen Parlaments, gegenüber der irakischen Agentur BasNews.

    Dakhil zufolge waren ein 12-jähriges Mädchen und ihre 17-jährige Tante vier Monate lang im westlichen Teil der drittgrößten irakischen Stadt Mossul gefangen, bevor sie sich für eine wagemutige Flucht entschieden.

    Die Mädchen sollen sich bei den Wächtern über Schlaflosigkeit beschwert und um Schlafmittel gebeten haben. „Dann gaben sie den Kämpfern diese Tabletten in den Tee, warteten, bis diese einschliefen, und flohen“, so Dakhil.

    Als sie frei waren, machten sie sich auf den Weg in einen unter der Kontrolle von Kurden stehenden Stadtteil. Dort schloss sich das 12-jährige Mädchen ihrer Mutter und Schwester an. Doch sind mehrere Familienangehörige des Mädchens weiterhin in IS-Gefangenschaft.

    Längst nicht alle, die in IS-Gefangenschaft geraten, haben so viel Glück. Viele Frauen werden zu Sex-Sklavinnen gemacht. Wer nicht gehorcht, wird getötet.

    „Mindestens 250 Mädchen wurden vom IS hingerichtet, weil sie sich geweigert hatten, den Dschihadisten als Sexsklavinnen zu dienen. Manchmal wurden ganze Familien hingerichtet, weil sie den Forderungen der Terroristen nicht gehorchen wollten“, zitiert BasNews einen Vertreter der irakischen Demokratischen Partei Kurdistans.

    Laut einem im Januar veröffentlichtem Bericht hält der IS 3.500 Menschen, hauptsächlich Kinder und Frauen, als Sklaven im Irak fest. Die meisten gehören zur religiösen Minderheit der Jesiden.

    2015 hatten mehrere jesidische Frauen, denen die Flucht aus der IS-Gefangenschaft gelungen war, berichtet, dass sie als „Teufelsanbeterinnen“ mehrmals am Tag von den Terrormilizen vergewaltigt wurden.

    2014 berichteten die Weltmedien über ein vom IS freigelassenes jesidisches Mädchen, das zuvor als Sexsklavin gehalten und geschwängert worden war.

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    Flucht, Sklaven, Gefangenschaft, Terrormiliz Daesh, Mossul, Irak