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    Tschernobyl-Schutzhülle

    Millionen-Defizit: Wird Tschernobyl-Schutzhülle nach zehn Jahren endlich fertig?

    © AFP 2019 / ANATOLIY STEPANOV
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    Mehr als 100 Millionen Euro werden noch benötigt, um nächstes Jahr die Schutzhülle über dem vierten Reaktor des Atomkraftwerks von Tschernobyl fertigzustellen, schreibt „The Wall Street Journal“ (WSJ).

    An der Baustelle arbeiten derzeit 2.500 Menschen, um eine 105 Meter hohe und 150 Meter breite Stahlkonstruktion zu errichten. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten 2,15 Milliarden Euro kosten. Das Gewölbe soll nächstes Jahr fertig werden und mindestens noch 100 Jahre die Strahlung abhalten.

    Die internationalen Geldgeber wollen laut WSJ Ende April zusammenkommen, um die Finanzierung des Projekts zu besprechen. Es werde zudem aus dem Tschernobyl-Fonds „Deckung“ finanziert. Mehr als 40 Länder und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) hätten Gelder zur Umsetzung des Vorhabens bereitgestellt.

    Grund dieses Engpasses sei der neue Wechselkurs: Da der Bauvertrag ursprünglich an den US-Dollar gebunden worden war und die EBRD ihre Beiträge in Euro einzahlte, entstand ein Defizit, als der Umrechnungskurs beider Währungen sich der Parität näherte.

    Die Bauarbeiten für eine neue Schutzhülle über dem havarierten Reaktor begannen im Jahr 2007. Es wurde ursprünglich angenommen, dass das Projekt bis 2013 fertig würde. Doch aus Mangel an Finanzen wurde die Fertigstellung auf 2017 verschoben.

    Bei dem Reaktorunglück am 26. April 1986 waren in der Ukraine 50.000 Quadratkilometer Fläche sowie 19 Regionen Russlands und ein Teil des weißrussischen Territoriums radioaktiv verseucht worden. Kurz nach dem Reaktorunglück im Frühjahr 1986 war über dem havarierten Energieblock ein Sarkophag errichtet worden, der in den letzten Jahren zu zerfallen begann.

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    Tags:
    Strahlung, Atomkraftwerk, Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), Ukraine, Tschernobyl