13:38 22 Februar 2018
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    Katastrophenhelfer im Atomkraftwerk Tschernobyl

    Bis zu 130.000 Tschernobyl-„Liquidatoren“ leben heute in Russland

    © Sputnik/ Igor Kostin
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    Etwa 130.000 Menschen, die an der Beseitigung der Folgen verschiedener Strahlenhavarien, darunter auch im Atomkraftwerk Tschernobyl, teilgenommen haben, leben zurzeit in Russland, teilt das russische Zivilschutzministerium am Dienstag mit.

    „Die Anzahl der Katastrophenhelfer in Russland beläuft sich zurzeit auf 120.000 bis 130.000 Menschen, wobei 400 von ihnen im Zivilschutzministerium tätig sind“, heißt es in einer Mitteilung. 

    Zuvor hatte die Zivilschutzbehörde mitgeteilt, dass die Anzahl der durch die Katastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl radioaktiv verseuchten Ortschaften in Russland seit Anfang der 90er Jahre praktisch um die Hälfte zurückgegangen sei. Rehabilitationsmaßnahmen hätten es ermöglicht, zirka 50 Prozent des Forstbestandes und 30 Prozent der radioaktiv verseuchten Territorien zu rekultivieren.

    Sechs Staatsprogramme zur Bewältigung der Folgen der Tschernobyl-Katastrophe in den Jahren 1992 bis 2015 hätten mehr als drei Millionen Menschen in 19 russischen Regionen umfasst. Für deren Umsetzung seien mehr als 9,2 Milliarden Rubel (umgerechnet etwa 122,6 Millionen Euro) ausgegeben worden. 

    Dem Ministerium zufolge waren nach der Tschernobyl-Katastrophe 14 Föderationssubjekte mit einer Gesamtfläche von rund 60.000 Quadratmetern und mit mehr als drei Millionen Bewohnern sowie mehr als zwei Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzflächen und etwa eine Million Hektar Wald einer radioaktiven Verseuchung ausgesetzt. 

    Zu den am meisten radioaktiv belasteten Gebieten gehörten Brjansk, Kaluga, Tula und Orjol. Bei der Beseitigung der Folgen der Tschernobyl-Katastrophe waren rund 200.000 Russen im Einsatz. 

    Bei dem Reaktorunglück am 26. April 1986 waren in der Ukraine 50.000 Quadratkilometer Fläche sowie 19 Regionen Russlands und ein Teil des weißrussischen Territoriums radioaktiv verseucht worden. Kurz nach dem Reaktorunglück im Frühjahr 1986 war über dem havarierten Energieblock ein Sarkophag errichtet worden, der in den letzten Jahren zu zerfallen begann.

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    Katastrophenhelfer, Tschernobyl-Katastrophe, Russlands Zivilschutzministerium, Weißrussland, Ukraine, Russland
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