21:50 23 Juni 2018
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    Norwegens Integrationsministerin Sylvi Listhaug in der Ägäis

    Totale Integration: Ministerin taucht in Ägäis ein – Twitter in Aufruhr

    © REUTERS / NTB scanpix/Tore Meek
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    Norwegens Integrationsministerin Sylvi Listhaug hat versucht, sich in der Ägäis in die Lage von Bootsflüchtlingen zu versetzen, berichten europäische Medien. Das Mitleid mit der Ministerin fiel allerdings verhaltener als das mit den Migranten aus.

    In der vergangenen Woche war Listhaug vor Journalisten von einem Boot aus in die Ägäis gesprungen, um nachzuempfinden, wie Migranten sich auf ihrer Flucht nach Europa fühlen müssen. Dabei trug sie einen dicken orangenen Schutzanzug.

    ​„Der Moment, in dem man so ein Boot sieht, wenn man zu ertrinken droht, muss ganz fantastisch sein“, sagte die Ministerin vor Journalisten nach ihrem Stunt, der spöttische und scharfe Bemerkungen auf Twitter auslöste.

    “Eine norwegische Mandarine zieht einen Astronautenanzug an, um für den ersten Flug Norselands to Enceladus (einem Eismond des Planeten Saturn — Anm. der Red.) zu trainieren“, so sieht ein Twitter-Nutzer die "tapfere" Tat der Ministerin.

    ​„Ich fühle mich beschämt, ein Norweger zu sein. Listhaug zeigt gegenüber den Tausenden Verstorbenen Respektlosigkeit. Das ist eine Schande!“, schrieb ein norwegischer Nutzer.

    ​„Die EU muss sich grenzenlos schämen! Wir leisten keinen sicheren Fluchtweg für die Migranten und behandeln das wie einen Witz“, empörte sich ein anderer.

    ​Sylvi Listhaug gehört der konservativ-rechtspopulistischen norwegischen Regierung an, die durch eine betont harte Ausländerpolitik Flüchtlinge vor der Einreise in Norwegen abzuhalten versucht.

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    Tags:
    Integrationsministerin, Migranten, Twitter, Sylvi Listhaug, Ägäisches Meer, Norwegen
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