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    Hartz-IV-Satire verbreitet echtes „Sorry“ von Fake-Ministerium

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    „Peng Collective“ hat sich auf einer selbst erstellten Webseite im Namen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) für Hartz IV entschuldigt, wie deutsche Medien berichten.

    Zusammen mit dem Schauspiel Dortmund hat das Kollektiv eine Webseite online gestellt, die äußerlich stark an die des Ministeriums erinnert. Dort haben sie ein Video veröffentlicht, das die Schicksale einiger Hartz-IV-Betroffener beleuchtet. Der Moderator entschuldigt sich für die sozialen Missstände, die die Reform hervorgebracht hatte.

    Das BMAS hat sich später auf Facebook weniger humorvoll zu der Aktion geäußert und darauf hingewiesen, dass das Kollektiv seine „Satire“ unzureichend explizit markiert hatte:

    Viele Nutzer hielten die Reaktion des Ministeriums für übertrieben: Die Behörde hätte sich selbst schon lange entschuldigen müssen.

    „Wäre es aber nicht trotzdem gut, sich mal richtig zu entschuldigen?“ schrieb Meera Shanti.

    „Ich finde, dass die Satire sehr gut und eindeutig erkennbar ist, oder würden Sie, das ‚echte’ BAMS, sich jemals für die Agenda 2010 entschuldigen?“ verteidigt ein anderer Facebook-Nutzer die Initiative von „Peng Collective“.

    ​Der Begriff „Hartz IV“ steht für das umstrittene Arbeitslosengeld II, kurz ALG II. Die Hartz-Reformen waren 2002 noch unter Kanzler Gerhard Schröder und dessen Regierungskoalition aus SPD und Grünen eingeführt worden. Sie hatten das Ziel, die Arbeitslosenzahl zu halbieren und die Langzeitarbeitslosigkeit abzuschaffen. Zahlreiche Studien zeigen, dass sich die Reformen als weitgehend kontraproduktiv erwiesen. 

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    Hartz IV, Peng, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Deutschland