19:41 21 August 2018
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    Vegetarisch macht stark: Cro-Magnon-Menschen besiegen Neandertaler

    © Foto : Trustees of the Natural History Museum, London 2014 © Flickr/ torbakhopper
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    Ihre ungewöhnliche Vorliebe für pflanzliche Nahrung hat den afrikanischen Steinzeitmenschen zu einem Sieg über ihre europäischen Verwandten verholfen. Das berichtet das Online-Magazin „PLoS ONE“.

    Unsere Vorfahren haben ihre Ernährungsgewohnheiten nie radikal geändert, so der Artikel. Eine gehörige Portion pflanzliche Nahrung gehörte stets auf ihren Essensplan.

    „Um diese Essgewohnheit zu allen Zeiten zu erhalten, mussten sie nicht nur Werkzeuge erfinden, sondern auch Mechanismen entwickeln, die pflanzliche Nahrung jederzeit in Energie umzuwandeln“, erklärt Sireen El Zaatari von der Universität Tübingen.

    Zu diesem Ergebnis kommen El Zaatari und ihre Kollegen aufgrund einer vergleichenden Untersuchung von Zähnen, die sie an Cro-Magnon-Menschen und Neandertalern der letzten 500.000 Jahre aus unterschiedlichen Regionen Europas, Asiens und Afrikas durchführten, berichtet das Wissenschaftsportal berichtet.

    Die Ernährungsgewohnheiten eines Menschen spiegeln sich stark an den Zähnen wider, erklären die Forscher. Ob pflanzliche oder tierische Lebensmittel verzehrt werden, sei an spezifischen Kratzern im Zahnschmelz zu erkennen. Zudem bleiben kleinste Essenspartikel in den Zahnzwischenräumen stecken, was die Untersuchung der Paläodiät vereinfache.

    Anhand der charakteristischen Kratzermuster an den Zähnen der Neandertaler und Cro-Magnon-Menschen hätten die Wissenschaftler zu ergründen versucht, wie deren Ernährung sich bei Klimawandel oder Migration verändert habe. Als nützlich habe sich dabei erwiesen, dass derartige Spuren im Zahnschmelz nicht das ganze Menschenleben, sondern nur dessen letzte Monate widerspiegeln.

    Die Analyse der Zähne von Neandertalern habe die ungewöhnliche Diät dieser ersten Europäer offengelegt. Demnach seien die ersten Einwohner Europas wahre Anpassungstalente gewesen: „Sie passten ihre Essgewohnheiten den Lebensumständen an. In den Bergen ernährten sich die Neandertaler vorwiegend von sanfteren Fleischsorten. Nach der Umsiedlung in die Wälder nahmen sie Nüsse und Wurzelgemüse in ihren Essensplan auf“, heißt es in dem Artikel.

    Zahn eines Neandertalers
    © Foto : Sireen El Zaatari et al. / PLOS ONE 2016
    Zahn eines Neandertalers

    An den Zähnen der Cro-Magnon-Menschen seien derartige Spuren nicht zu erkennen: „Der Zahnschmelz war wie bei Wald- so auch bei Bergbewohnern praktisch gleich. Paradoxerweise änderten sich die Kratzmuster an den Zähnen nicht im Zuge des Klimawandels, sondern mit der Weiterentwicklung ihrer Werkzeuge“, erklären die Forscher.

    Die Ernährung unserer Vorfahren sei also weniger von den Naturressourcen als von ihren landwirtschaftlichen Werkzeugen abhängig gewesen.

    Dass die Cro-Magnon-Menschen sich vorwiegend vegetarisch ernährten, pflanzliche Nahrung jedoch im warmen Afrika und weniger in den vereisten Gegenden Europas vorkam, habe die Cro-Magnon-Menschen dazu bewogen, ihre landwirtschaftlichen Werkzeuge weiterzuentwickeln, statt sich mit den Gegebenheiten abzufinden. Dieser Wettbewerbsvorteil habe den steinzeitlichen Einwanderern aus Afrika geholfen, ihre europäischen Konkurrenten zu besiegen, schreibt das Fachmagazin.

    Tags:
    Neandertaler, Cro-Magnon
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