05:00 25 November 2017
SNA Radio
    Adolf Hitler und Generalbaurat Hermann Giesler begutachten den Plan zum Umbau von München

    Hitlers Traumstadt München: Führer-Skizzen zu Stadtumbau freigegeben

    © Foto: Bayerische Staatsbibliothek/Sammlung Hoffmann
    Panorama
    Zum Kurzlink
    0 5097889

    Das Stadtarchiv von München hat mehr als 2.000 Dokumente und Skizzen aus Zeiten des Nationalsozialismus veröffentlicht, die die ambitionierten Pläne Adolf Hitlers zum Umbau Münchens zeigen, wie der Münchner Mercur schreibt.

    Hitler bezeichnete München oft als „Hauptstadt der Bewegung“ und soll das künftige Design der Stadt noch 1939 mit Bleistift bestimmt haben. Diese Skizze sei der Öffentlichkeit aber noch nicht vorgelegt worden. Den Dokumenten entsprechend hätte die neue Stadt mit gigantischen Gebäuden und unterirdischen Eisenbahnstationen bis August 1948 fertiggebaut werden sollen. 

    Unter anderem sollte im Zentrum ein neuer Hauptbahnhof, gekrönt durch eine riesige Kuppel mit einem Durchmesser von etwa 300 Metern, entstehen. Roms Petersdom und der Pariser Triumphbogen sollten dagegen wie Zwerge wirken. Mit diesem Projekt war Führer-Architekt Albert Speer befasst. In der Nähe vom Bahnhof hatte Speer auch ein Denkmal für die Nazipartei NSDAP entworfen.

    Projekt auf Geheiß von Adolf Hitler zum Bau des neuen Münchner Hauptbahnhofs
    © Foto: Stadtarchiv München
    Projekt auf Geheiß von Adolf Hitler zum Bau des neuen Münchner Hauptbahnhofs

    „Der 212 Meter hohe Obelisk sollte mit sogenanntem V-2-A-Stahl verkleidet und dem Reichsadler gekrönt werden; im Sockel wollte Adolf Hitler die ‚Blutfahne‘ vom Novemberputsch 1923 aufbewahren. In Flügelhallen sollten sich die deutschen ‚Gaue‘ präsentieren“, so der Mercur. 

    Außerdem war in München eine Promenade neoklassischen Stils mit Hotels, Geschäften, Restaurants, dem weltweit größten Operntheater und einem Konzertsaal geplant. Obwohl Hitler selbst keinen Alkohol konsumiert haben soll, habe er dem Bau eines „Bierpalastes“ auf dem Boulevard zugestimmt, der unweit von zwei Ausstellungsräumen örtlicher Automobilhersteller wie BMW stehen sollte. 

    Der Umbau Münchens sollte 1940 beginnen. In dieser gigantischen Baustelle hätten rund um die Uhr rund 2.000 deutsche und ausländische Arbeiter sowie 1.500 Kriegsgefangene eingesetzt werden sollen. Mit der Zeit aber sei klargeworden, dass der Krieg noch lang andauern wird, und so sei entschieden worden, die Umsetzung des Münchner Projekts zu verschieben.   

    Die Nazis planten den Bau eines gigantischen Hauptbahnhofs in München
    © Foto: Stadtarchiv München
    Die Nazis planten den Bau eines gigantischen Hauptbahnhofs in München.

     

     München hatte für Hitler eine besondere Bedeutung. In dieser Stadt war er noch vor dem Ersten Weltkrieg den Reihen der deutschen Armee beigetreten und später die faschistische Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) gegründet.     

    Die Hauptstadt des Deutschen Reiches Berlin sollte nach Plänen Speers zur Über-Metropole Germania ausgebaut werden. Die „Kulturhauptstadt der Welt“ soll Hitler an der Stelle des österreichischen Linz vorgesehen haben. Skizzen für dieses Projekt soll ebenfalls Hitler selbst erarbeitet haben, während für deren Umsetzung der Züricher Architekt Roderich Fick zuständig gewesen sei.

    Tags:
    Umbau, Skizzen, Traumstadt, Veröffentlichung, Münchner Mercur, Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), Roderich Fick, Albert Speer, Adolf Hitler, Deutschland