20:26 27 Januar 2020
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    Im Detmolder Auschwitz-Prozess hat der 94-jährige ehemalige SS-Wachmann Reinhold Hanning erstmal seine Reue gezeigt, jemals dieser verbrecherischen Organisation angehört zu haben, wie Spiegel-Online berichtet.

    „Ich schäme mich dafür, dass ich das Unrecht sehend geschehen lassen und dem nichts entgegengesetzt habe. Es tut mir aufrichtig leid“, sagte Hanning vor dem Landgericht in einer persönlichen Erklärung.

    Er bereue zutiefst, während des Zweiten Weltkriegs der SS angehört zu haben, die für den Tod vieler Unschuldiger und für die Zerstörung unzähliger Familien verantwortlich sei.

    Hanning hatte nach eigenen Aussagen bislang niemandem, nicht einmal seinen Familienangehörigen, von der Arbeit in Auschwitz von Januar 1942 bis Juni 1944 erzählt. Den Detmolder Gerichtsprozess wollte er gern als Gelegenheit nutzen, um sich zu entschuldigen. Bislang hatte sich der Angeklagte während des gesamten Verfahrens nicht geäußert.

    Gegen Hanning war ursprünglich wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen in dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zwischen Januar 1943 und Juni 1944 verhandelt worden. Vor wenigen Tagen hatte die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe ausgeweitet. Gegen den 94-jährigen wird nun auch wegen Beihilfe zu allen Morden im Vernichtungslager Auschwitz zwischen Januar 1943 und Juni 1944 verhandelt, so Spiegel-Online. Insgesamt wurden dort etwa 1,5 Millionen Menschen systematisch ermordet.

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    Tags:
    Auschwitz, Entschuldigung, Gericht, SS, Deutschland