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    Syrische Flüchtlinge kommen im Flüchtlingslager in Friedland, Deutschland, am  04,04.2016

    EU-Ländern drohen enorme Geldstrafen für Nichtaufnahme von Flüchtlingen – Medien

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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Die Europäische Kommission will EU-Länder in Zukunft mehrere hundert Millionen Euro zahlen lassen, wenn sie sich weigern, Flüchtlinge aufzunehmen, berichtet Financial Times am Mittwoch unter Berufung auf informierte Quellen.

    Wenn sich die EU-Kommission mit ihrem Plan zur Revidierung des Dubliner Verfahrens durchsetzen sollte, muss laut den Quellen künftig jedes EU-Land für jeden abgelehnten Flüchtling eine Geldstrafe von 250.000 Euro zahlen. Die Höhe der Geldstrafe könne zwar noch verhandelt werden, sie solle aber als Strafmaßnahme wahrgenommen werden, so ein Beamter, der Einblick in den Entwurf der EU-Kommission bekommen hatte.

    Diese Informationen werden von einer anderen Quelle bestätigt, die eine Geldsumme von „mehreren hunderttausend" Euro je Flüchtling nannte.

    Zurzeit ermöglicht das Dublin-Abkommen den nordeuropäischen Staaten, Flüchtlinge in das EU-Land abzuschieben, das sie als erstes betreten haben.

    Mit ihrem Plan zur Revidierung des  Dublin-Abkommens will die EU-Kommission verbindliche Flüchtlingsquoten einführen, Flüchtlinge zwischen den EU-Ländern umverteilen und südeuropäische Länder wie Griechenland entlasten.

    Der Plan ist in den EU-Ländern wie Polen, Slowakei, Rumänien und Ungarn umstritten. Demnach werden Ungarn und Polen, deren Quoten 1294 beziehungsweise 6500 Flüchtlinge betragen,  323 Millionen bzw. 1,625 Milliarden Euro zahlen müssen, wenn sie keine Flüchtlinge aufnehmen sollten.

    Berichten zufolge hat die Umsetzung der von der EU-Kommission geplanten Umsiedlung von 160.000 Asylbewerbern aus Südeuropa bis jetzt nicht einmal ein Prozent erreicht.

    Mehr als eine Million Flüchtlinge waren im vergangenen Jahr auf dem Seeweg  aus Nordafrika und dem Nahen Osten nach Europa gekommen. Laut der  Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres mehr als 100.000 Menschen in Griechenland und 7.507 in Italien eingetroffen. Die aktuelle Flüchtlingskrise gilt als die schlimmste seit dem zweiten Weltkrieg. 

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    Dublin-Abkommen, Quoten, Migranten, Financial Times, EU-Kommission, Europäische Union