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    Toter Tourismus in Antalya: Zehnmal weniger Russen erwartet

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    Russische Einschränkungen für die Türkei (60)
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    Die Zahl russischer Touristen in der türkischen Mittelmeerstadt Antalya sind allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres um das Zehnfache gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen, wie der Vizechef der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP), Çetin Osman Budak, mitteilte.

    „Während im April 2015 noch rund 94.000 russische Touristen nach Antalya gekommen waren, so waren es im Vergleichsmonat 2016 lediglich 5.000  Touristen aus Russland. In den ersten vier Monaten des Vorjahres kamen rund 127.000 Russen, im Januar-April 2016 lediglich 12.000“, zitiert der TV-Sender NTV den CHP-Vizechef.

    Dabei seien zunächst nur diejenigen russischen Touristen gezählt worden, die per Flugzeug in die Türkei kommen. Gleichzeitig sei die Zahl deutscher Touristen in dem Berichtszeitraum von 211.000 auf 128.000 geschrumpft. 

    Außerdem bezeichnete Budak die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen zur Abschwächung des Touristenrückgangs als ineffizient. Insbesondere im Bereich der Zuschüsse für Flüge.      

    Zuvor hatte das türkische Ministerium für Tourismus mitgeteilt, dass die Zahl ausländischer Touristen insgesamt im ersten Quartal dieses Jahres um 10,3 Prozent von 4,5 Millionen auf 4,1 Millionen Menschen zurückgegangen sei. Die Einnahmen der Touristikbranche seien ebenfalls um 16,5 Prozent gesunken.  Im März 2016 hätten lediglich 1,65 Millionen Touristen gegenüber 1,90 Millionen im März 2015 die Türkei besucht.  Ein solch drastischer Verfall wurde zuletzt zehn Jahre zuvor gemeldet. 

    Die Einnahmen durch den Tourismus sind für die Türkei sehr wichtig, weil diese rund 4,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes des Landes ausmachen und bei der Eindämmung des Defizits der Zahlungsbilanz eine wichtige Rolle spielen.    

    Experten verbinden den Rückgang des Touristenstroms mit der Terrorgefahr, die in der Türkei nach einer Reihe von Terroranschlägen entstanden war, sowie mit der Krise in den russisch-türkischen Beziehungen.

    Die Beziehungen zwischen Moskau und Ankara stecken seit dem 24. November 2015 in einer Krise, nachdem ein türkischer Kampfjet F-16 in Syrien einen russischen Su-24-Bomber abgeschossen hatte. Wladimir Putin nannte dies einen „Stoß in den Rücken seitens der Helfershelfer der Terroristen“ und verfügte Maßnahmen zur Gewährleistung der nationalen Sicherheit sowie spezielle Wirtschaftsmaßnahmen gegen die Türkei.

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    Tags:
    Rückgang, Touristen, Su-24, F-16, NTV, Republikanische Volkspartei (CHP), Wladimir Putin, Çetin Osman Budak, Deutschland, Türkei, Russland