15:52 17 August 2017
SNA Radio
    Mariinski-Orchester gibt Konzert in Palmyra

    Moskau zweifelt an des britischen Außenministers Gehör

    © REUTERS/ SANA
    Panorama
    Zum Kurzlink
    1425591045

    Moskau bedauert, dass das Konzert des Mariinski-Orchesters in Palmyra dem britischen Außenminister Philip Hammond nicht gefallen hat, wie die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa ironisch erklärte. Dabei sei es doch extra für ihn veranstaltet worden.

    Das St. Petersburger Mariinski-Orchester unter der Leitung von Valery Gergiev hatte am Donnerstag in der historischen Wüstenstadt Palmyra, die syrische Regierungstruppen gemeinsam mit russischen Fliegerkräften im März von der Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS) befreit hatten, ein klassisches Konzert gegeben. Der britische Außenminister Philip Hammond erklärte im Anschluss, das Konzert sei „ein geschmackloser Versuch, vom andauernden Leiden von Millionen von Syrern abzulenken“.

    „Was Herr Hammond angeht, ist es sehr traurig, dass es (das Konzert – Anm. d. Red.) ihm nicht gefallen hat. Wir haben uns hier alle die Füße abgelaufen, damit es gerade ihm gefällt. Alles wurde doch nur für ihn gemacht! Und zwar nicht weil er sich in Musik gut auskennt – wie wir jetzt sehen, ist dem nicht so – sondern weil außer seinem Kommentar zu dem Konzert, natürlich keinerlei weitere Kommentare überhaupt jemanden interessieren“, ironisierte Sacharowa bei einem Briefing.

    Auf dem Konzert-Programm standen die Chaconne aus der 2. Partita d-moll für Violine allein von Johann Sebastian Bach (Interpret Pawel Miljukow), Rodion Schtschedrins Kadril für Cello und Orchester (Solist Sergej Roldugin) und Sergej Prokofjews Klassische Symphonie D-Dur, op. 25.

    Palmyra zählt wegen seiner antiken Architektur zum Unesco-Weltkulturerbe. Seit Mitte Mai 2015 war die Stadt unter Kontrolle der IS-Terroristen gewesen. Die syrischen Regierungstruppen hatten die historische Oasenstadt Palmyra Ende März zusammen mit der Volksmiliz „Wüstenfalken“ wieder gänzlich unter ihre Kontrolle gebracht. Die IS-Kämpfer hatten beim Rückzug Hunderte Sprengsätze hinterlassen, über einen Monat lang mussten allein im historischen Stadtteil Minen geräumt werden.

    Zum Thema:

    Russland bietet Hilfe bei Wiederaufbau von Palmyra an
    „Antike Wände mit Leben erfüllen“: Mariinski-Orchester gibt Konzert in Palmyra
    Was von den historischen Kulturdenkmälern in Palmyra übriggeblieben ist
    Palmyra: Russische Pioniere entschärfen getarntes IS-Riesenarsenal an Sprengsätzen
    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Philip Hammond, Maria Sacharowa, Palmyra
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren