14:53 26 September 2020
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    Erstmals in der Geschichte hat eine Gruppe von Bürgern Japans die Regierung, die über Jahrzehnte hinweg die wahren Strahlungswerte nach den Wasserbomben-Tests der USA 1954 verheimlicht haben soll, auf Entschädigung verklagt, meldet die Zeitung The Japan Times am Montag.

    Die Klage wurde laut der Zeitung von 45 Menschen beim Bezirksgericht Kochi eingereicht, die in der gleichnamigen Präfektur auf der südwestlichen Insel Shikoku leben. Unter den Klägern seien Mitglieder von Fischer-Familien, die nach den US-Tests vermutlich einer starken Strahlung ausgesetzt worden waren. Als Schadenersatz verlangen die Kläger je 2 Millionen Yen (umgerechnet etwa 16.000 Euro).

    Das sei die erste Klage in der japanischen Gerichtspraxis, mit der Einwohner wegen der Folgen des am 1. März 1954 durchgeführten Test einer H-Bombe auf dem Bikini- Atoll auf den Marschallinseln im Pazifik eine Entschädigung erstreiten wollen.

    Die Operation „Castle Bravo“ war der größte Test von thermonuklearen Waffe der USA. Infolge der Explosion wurden 236 Bewohner der Insel Rongelap verstrahlt, viele von ihnen erkrankten an der Strahlenkrankheit oder trugen schwere Verbrennungen davon. Die 23-köpfige Besatzung des 140 Kilometer entfernten japanischen Fischerboots Glücklicher Drache V wurde stark verstrahlt, ein Mitglied starb etwa sechs Monate später.

    Unter den Klägern seien auch Besatzungsmitglieder anderer Schiffe, die um die Zeit der Explosion der H-Bombe in der Nähe gewesen waren. Zehn von ihnen klagen wegen Krebs und anderen Krankheiten, die durch den radioaktiven Niederschlag ausgelöst worden seien.

    „Unter meinen Gleichaltrigen gibt es auch Menschen, die mit 40 gestorben sind. Ich ärgere mich darüber, wie der Staat reagiert hat“, so Yutaka Kuwano, eine 83-jährige Klägerin.

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    Tags:
    Regierung, Klage, Entschädigung, Wasserstoffbombe, Japan