02:04 05 Dezember 2020
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    Dem Sozialnetzwerk Facebook wird vorgeworfen, Nachrichten-Trends „politisch ausgerichtet“ zu manipulieren und Inhalte mit konservativem Einschlag zu unterdrücken, wie The New York Times berichtet.

    Konkret geht es um einen Beitrag im Tech-Blog Gizmondo: Darin gestehen namentlich nicht genannte ehemalige Facebook-Mitarbeiter, die Nachrichten-Trends selbst ausgewählt zu haben. Dabei sollen sie liberale Berichte bevorzugt und konservative bewusst herausgefiltert haben, selbst wenn diese unter Nutzern populärer waren. Zudem sollen sie angewiesen worden sein, bestimmte Themen manuell hinzuzufügen. Themen, die mit Facebook selbst zu tun hatten, hätten sie sogar komplett ignoriert.

    „Mit anderen Worten, die Nachrichtenabteilung von Facebook funktioniert wie ein normaler Newsroom, der die Parteilichkeit seiner Mitarbeiter und die Grundregeln der Firma widerspiegelt“, so das Portal.

    In anderen Fällen mussten Mitarbeiter gewisse Nachrichten in die Trend-Topics hinzufügen, um den Eindruck zu erwecken, Facebook sei eine Plattform, wo wichtige Themen behandelt würden. So hatten die Nutzer irgendwann kein Interesse für Syrien mehr. Wenn aber dieses Thema nicht mehr in den Nachrichten-Trends dabei wäre, würde Facebook „schlecht dastehen“.

    So sei es auch bei der Anti-Rassismus-Bewegung Black Lives Matter (BLM) gewesen, die der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg selbst unterstütze. Facebook soll unter starkem Druck gestanden haben, weil BML nicht von selbst unter den Trends landete. Man habe gesehen, dass das ein Problem war – und gehandelt: „Als wir es (das Thema – Anm. d. Red) hinzufügten, haben alle gesagt: ‚Ja, jetzt sehe ich, das ist Thema Nummer eins‘, wird einer der ehemaligen Mitarbeiter von Gizmondo zitiert.

    Facebook hat mehr als 1,6 Milliarden Mitglieder weltweit. Damit wäre das Netzwerk durchaus in der Lage, mit gezielt ausgewählten Nachrichten die Ansichten vieler Menschen zu beeinflussen.

    Nach der Veröffentlichung des Artikels wurde Facebook sowohl von konservativen als auch liberalen Kreisen heftig kritisiert. Doch inzwischen habe der Konzern alle Vorwürfe zurückgewiesen. „Unsere Regeln erlauben keine Unterdrückung von politischen Perspektiven", so ein Facebook-Sprecher. Man bevorzuge oder benachteiligte auch keine einzelnen Medien. Später schrieb der zuständige Manager Tom Stocky in einem Facebook-Post, der Blog habe keinerlei Belege dafür gefunden, dass dies tatsächlich Firmenpolitik gewesen sei.

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    Tags:
    Politik, Facebook, USA