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10:31 20 Oktober 2019
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    Migranten an der österreichischen Grenze

    Wegen schlechter Kooperation mit EU-Nachbarn: Flüchtlinge dürfen nicht nach Polen

    © AFP 2019 / Rene Gomolj
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Vor kurzem sollten die ersten hundert Flüchtlinge aus Italien und Griechenland in Polen eintreffen, doch Warschau verweigerte das. Die Ursache dafür ist laut der polnischen Migrationsbehörde eine fehlende Kooperation zwischen den Ländern.

    Insgesamt einhundert Migranten sollten aus Italien und Griechenland nach Polen einreisen. In europäische Flüchtlingslager waren die Menschen aus Syrien, dem Iran, Jemen und Eritrea gekommen. Doch ihre Asylanträge wurden von der polnischen Seite annulliert.

    Wie die Migrationsbehörde Polens später erläuterte, hat Rom Warschau keinen Zugang zu den Personaldaten der entsprechenden Flüchtlinge bereitgestellt. Deshalb habe auch der Prozess ihrer Überprüfung nicht begonnen. Auch die Überprüfung der Asylbewerber aus Griechenland habe keine Ergebnisse gebracht, so Warschau. Polen habe einfach nicht genügend Angaben über jeden Bewerber erhalten.

    Dem polnischen Politiker Mirosław Orzechowski zufolge zeigt dieser Vorfall aber nicht, dass Polen keine Flüchtlinge aufnehmen will. Seiner Meinung nach ist es dennoch gut, dass „diejenigen, die in Polen leben wollen, entsprechend überprüft werden, denn wenn man auf die Lage in Europa schaut, sieht man, dass Flüchtlinge oft Bedrohungen mit sich bringen.“

    „Das sind keine Phobien der Polen, sondern ist eher eine Vorsorge, die später zum Vorbild für andere wird. Wir haben eine eigene Kultur, eigene Erfahrungen, Traditionen und Glauben, und wir wollen all das bewahren“, betonte Orzechowski gegenüber Sputnik.

    Laut dem Politiker haben die Bürger in Polen Angst, dass ihre Ordnung zerstört wird. Dennoch gebe es keinen Chauvinismus. „Wir sind voller Mitgefühl und Barmherzigkeit zu anderen, aber mit Rücksicht auf unsere eigene Sicherheit“, fügte er hinzu.

    Die „Vernünftigkeit“ der Polen sollte man nicht mit „Abneigung gegenüber Ausländern“ verwechseln, so Orzechowski. In Polen gebe es Muslime, die „seit vielen Jahrhunderten mit uns leben“, sowie Vertreter anderer Konfessionen, „und wir kommen wunderbar miteinander aus“, sagte er abschließend.

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    Migranten, Griechenland, Italien, Polen