02:04 09 Juli 2020
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    Unter dem Titel „Er ist wieder da. O geri döndü“ hat die vom Aktionskünstler Oliver Bienkowski gegründete Gruppe „Pixelhelper" gegen die Verurteilung regierungskritischer Journalisten in Istanbul protestiert. Das Besondere: Der türkische Präsident Erdogan wurde mit Hitlerbärtchen auf die Fassade der Türkischen Botschaft in Berlin projiziert.

    Die Photoshop-Karikaturen zeigten Präsident Erdogan mit rot-weißer Armbinde und Hitlerbärtchen. Neben dem Porträt Erdogans, Seite an Seite mit dem Hitlers, strahlten die Künstler auch das Schmähkritik-Gedicht des Satirikers Jan Böhmermann auf die Botschaftswände.  

    ​„Die Lichtprojektion der Gegenüberstellung von Adolf Hitler und Erdogan steht symbolisch für die schlimmen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die Erdogans Politik ausmachen", schreiben die Aktionskünstler via Facebook.

    Mit der Aktion reagierte die Künstlergruppe nach eigenen Angaben vor allem auf die Gefängnisstrafen für die regierungskritischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül. Diese waren am Freitag in Istanbul zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

    Für Aufsehen sorgte Pixelhelper schon öfter. Mit Bildern an der US-Botschaft thematisierte es den NSA-Skandal und mit Projektionen auf das französische Parlament unter dem Slogan „Freiheit, Brüderlichkeit, Polygamie" eine Affäre von Präsident Hollande.

    Im vergangenen Sommer hatte Bienkowski den Schriftzug „Außer Betrieb" an die Wand des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Berlin geworfen – als Protest gegen die „menschenunwürdige Unterbringung" von Flüchtlingen in deutschen Notunterkünften.

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    Tags:
    Botschaft, Journalisten, Protestaktion, Pressefreiheit, Recep Tayyip Erdogan, Türkei, Berlin