11:19 06 Dezember 2019
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    Schrumpelklöten und Ziegen im Bundestag: CDU-Politiker trägt Böhmermanns Gedicht vor

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    Streitfall Böhmermann (35)
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    Wieder einmal erklingt das umstrittene Schmähgedicht des Komikers Jan Böhmermann auf den türkischen Präsidenten Erdogan, diesmal im Bundestag, berichten deutsche Medien. Während einer Debatte um den Beleidigungsparagrafen 103 des Strafgesetzbuches hat der CDU-Abgeordnete Detlef Seif das Werk des Satirikers vorgetragen.

    Mit dieser Aktion wollte der Politiker eigentlich zeigen, wie beleidigend das Gedicht ist. Denn auch Böhmermann habe das Gedicht im ZDF vorgetragen, um zu demonstrieren, was in Deutschland nicht erlaubt ist. Doch anscheinend hat Seif damit das Gegenteil erreicht und für großes Aufsehen gesorgt.

    Zwar durfte der Abgeordnete das Gedicht zu Ende lesen, wurde aber später von Kollegen dafür kritisiert. Unter anderem erinnerte Bundestagsvizepräsidentin Edelgard Bulmahn Seif daran, „dass wir im deutschen Parlament sind“. Dies sollte man „auch bei Zitaten“ berücksichtigen, so Bulmahn.

    Was den Autor des berüchtigten Gedichts betrifft, scheint er Spaß an der ganzen Situation zu haben. „Das Schmähgedicht, das der CDU-Abgeordnete Detlef Seif soeben im Deutschen Bundestag vorgetragen hat, ist bewusst verletzend“, schrieb er auf Twitter. Als „bewusst verletzend“ hatte es zuvor Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnet.

    „Ich beantrage hiermit die Aufhebung der Immunität des CDU-Abgeordneten Detlef Seif wegen Verstoßes gg. §103 StGB“, fügte er hinzu.

    Später postete Böhmermann auch noch ein Foto von sich, auf dem im Hintergrund die Bundestagsdebatte im Fernsehen zu sehen ist.

    Der Komiker und Moderator Jan Böhmermann hatte in seiner Show „Neo Magazin Royale“ beim ZDF ein Schmähgedicht auf den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan verlesen. Deswegen hatte die Türkei die Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts nach Paragraf 103 des Strafgesetzbuches verlangt. Dem hatte die deutsche Bundesregierung unter Kanzlerin Merkel am 15. April per Ermächtigung zugestimmt.

     

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    Angela Merkel, Jan Böhmermann, Recep Tayyip Erdogan, Türkei, Deutschland