22:58 22 November 2017
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    Kinder, UsbekistanSher–Dor-Madrasa in Samarkand, Usbekistan

    Per „Garantiebrief“ gegen Islamisierung: Usbekistan stellt Kinder-Ferienregeln auf

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    Die Behörden Usbekistans haben Schülern verboten, in der Ferienzeit in die Moschee zu gehen. Sollte gegen das Verbot verstoßen werden, sollen die Eltern zur Verantwortung gezogen werden, wie der usbekische Radiosender „Ozodlik“ berichtet.

    Anfang Mai hat das Bildungsministerium Familien in mehreren Gebieten des Landes informiert, welche Tätigkeiten die Kinder in Sommerferien meiden sollen. Die sogenannten „Garantiebriefe“ verpflichten die Eltern zu Kontrolle darüber, dass sich ihre Kinder in den Ferien anständig benehmen, sich keinen religiösen Strömungen anschließen und nicht in die Moschee gehen. Mit der Initiative geht die Regierung gegen eine wachsende Islamisierung in der Region vor. 

    Verboten sind außerdem das Betteln, der Benzinverkauf sowie die Arbeit auf dem Markt oder beim Autowaschen. Nach 18.00 dürfen die Kinder nicht mehr alleine draußen bleiben, hieß es.

    Gegen die Beteiligung der Kinder an gemeinsamen Gebeten treten auch usbekische Geistliche auf. Begründet wird das Verbot mit dem Hadith, wo geschrieben steht, dass Kinder und Geistesschwache nicht in die Moschee dürfen. Kritiker betonen, das Verbot gelte nur für Babys, aber in der Moschee würden sogar Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 nicht zugelassen. Diese gelten laut dem Islam nicht mehr als Kinder. 

     

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    Tags:
    beten, Moschee, Eltern, Islamisierung, Regeln, Ferien, Kinder, Usbekistan
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