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20:45 18 Oktober 2019
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    Die Ukrainerin Jamala siegt beim Eurovision Song Contest 2016

    ESC: Gesiegt hat der Kalte Krieg – russischer Politiker

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    Mit dem Sieg beim Eurovision Song Contest hat Kiew eigentlich verloren, wie Konstantin Kosatschow, Chef des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates (Oberhaus) Russlands sagte. Laut dem Politiker waren die Stimmen für Jamala eigentlich für die weitere „Unterdrückung des eigenen Volkes in der Ukraine“.

     

    Das Finale des internationalen Gesangwettbewerbs Eurovision endete in der Nacht zum Sonntag in Stockholm. Siegerin wurde die Sängerin Jamala aus der Ukraine. Den zweiten Platz belegte die Sängerin aus Australien Dami Im. Der russische Sänger Sergej Lasarew kam auf den dritten Platz.

    Kosatschow zufolge hat die Geopolitik das Ergebnis des Wettbewerbs beeinflusst.

    „Was die Gesamtpunkte betrifft, hat die Geopolitik die Oberhand genommen. Aber dazu kann ich der Ukraine nicht gratulieren, weil die Ukraine, auch wenn das ein Paradox ist, unter den Verlierern ist. Unter diesen, weil viele verloren haben“, schrieb der Politiker in einem Facebook-Post.

    Verloren habe die Musik, geht aus dem Post hervor, weil „eindeutig nicht die beste Komposition“ gesiegt hatte. Auch die Veranstaltung habe verloren, weil „politische Einstellungen über einen fairen Wettbewerb vorgeherrscht hatten“. Außerdem habe Europa verloren, weil in den Verständen der Europäer statt der vereinenden „Ode an die Freude“ ein „Kalter Krieg“ gesiegt hatte, so Kosatschow.

    Unter anderem habe der Minsker Friedensprozess verloren. Nun muss die Mannschaft von Präsident Poroschenko dem Politiker zufolge nicht mehr die Vereinbarungen des Vertrages erfüllen, weil sie wissen, dass „Europa mit uns ist“ und „der Westen uns helfen wird“.

    „Genau deshalb hat die Ukraine verloren… Denn das Wichtigste, was das Land und die Nation zurzeit brauchen, ist Frieden. Aber gesiegt hat der Krieg. Bis zum letzten“, schrieb er.

    Wie Kosatschow betonte, hatten diejenigen, „die für Jamala gestimmt hatten, eigentlich für die Fortsetzung von Kiews Unterdrückung des eigenen Volkes gestimmt“.

    Der Song der ukrainischen Wettbewerberin Jamala war lange vor dem Beginn des Wettbewerbs heißumstritten. In ihrem Lied „1944“ geht es um die Deportation der Krimtataren. Laut der Sängerin, die selbst Krimtatarin ist, ist der Song eng mit der Geschichte ihrer Familie verbunden. Die Organisatoren des Musikwettbewerbs haben in dem Lied keine politische Botschaft gesehen.

    Jedoch haben einige russische Politiker auf die Themenwahl der Künstlerin mit harter Kritik reagiert. So schlug der Abgeordnete der Gesetzgebenden Versammlung von St. Petersburg Vitali Milonow vor, von Russland und Polen jeweils einen Künstler, der vom Wolhynien-Massaker von 1943 singen würde, zu dem ESC-Wettbewerb zu schicken.

     

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    Tags:
    Kalter Krieg, Eurovision Song Contest, Konstantin Kosatschow, Europa, Russland, Ukraine