10:04 05 April 2020
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    Die zwei jungen Frauen, die beim Karneval der Kulturen am Sonntagabend in Berlin-Kreuzberg von zehn Männern umringt und begrapscht wurden, sind nach Informationen der Berliner Zeitung nicht die einzigen Opfer: Viele Betroffene hätten die Vergehen gar nicht erst angezeigt.

    Der 19-jährige Ordner bei dem Festival, Hamdi K., sprach laut BZ ebenfalls von sogenannten „Antänzern“ und sexuellen Belästigungen gegenüber Frauen. „Da sind mehrere Männer auf ein Mädchen losgegangen, das sich dagegen gewehrt hat. Drei Mädchen kamen zu mir und brauchten Hilfe, weil sie begrapscht wurden“, so Hamdi K. Einer jungen Frau sei plötzlich das Handy weggerissen worden.

    Auch die 15-jährige Schülerin Yare O. sei Opfer eines solchen Antänzer-Übergriffs geworden: „In einer Masse von Jungs wurden wir richtig aggressiv angemacht, sollten für sie tanzen. Das waren so viele, die wollten einfach nicht gehen, obwohl wir uns gewehrt haben“. Laut der Schülerin waren die meisten von ihnen Deutsche. Die Mutter einer 16-Jährigen habe dann am Sonntag einen ähnlichen Vorfall vom Freitagabend angezeigt. Allerdings hätten nur wenige Betroffene überhaupt Anzeige erstattet. Polizeisprecher Jens Berger rief deshalb die Frauen auf, solche Straftaten unbedingt der Polizei zu melden.

    Am Sonntagabend sollen zwei 17 und 18 Jahre alte Mädchen beim Berliner Karneval der Kulturen sexuell belästigt und bestohlen worden sein. Ihre Versuche zu flüchten seien gescheitert, „da sie von den jungen Männern immer wieder zurückgezogen wurden“, so eine Polizeisprecherin. Der 17-Jährigen wurde dabei ihr Smartphone gestohlen. Die Polizei nahm daraufhin drei Tatverdächtige fest: Zwei 17-jährige Angreifer türkischer Herkunft, die als Mehrfachtäter polizeibekannt seien, und einen 14-jährigen staatenlosen Flüchtling, der mehrfach auffällig geworden war. Derzeit prüfe die Polizei, ob es noch weitere Opfer gab.

    Augenzeugenberichten zufolge seien die Vorfälle bei dem Berliner Kulturfestival von einem hemmungslosen Alkoholkonsum ausgelöst worden. Die Polizei war mit 800 Uniformierten und Dutzenden zivilen Kräften beim Karneval im Einsatz. 13 Antänzer und Taschendiebe sollen festgenommen worden sein. Trotzdem zieht die Polizei laut BZ eine insgesamt positive Bilanz.

    Zuletzt war es in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten Deutschlands zu zahlreichen Übergriffen auf Frauen gekommen. Nach Aussagen der Opfer waren die Angreifer zum größten Teil nordafrikanischer Herkunft. Die Vorfälle lösten eine bundesweite Debatte über ein mögliches Versagen der staatlichen Behörden am Silvesterabend, die künftige Flüchtlingspolitik sowie Schwierigkeiten beim Integrationsprozess aus.

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    Tags:
    Frauen, Übergriffe, Berlin, Deutschland