20:58 22 Oktober 2018
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    „Nur‘n Witz, Alter!”: Londoner Ulknudeln wegen „Raubüberfall“ zu Haft verurteilt

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    In Großbritannien sind vier junge Männer wegen ihrer YouTube-Streichen zu einer Haftstrafe verurteilt worden, wie das Online-Portal „Heatstreet“ schreibt. Die Gruppe, die sich selbst „Trollstation“ nennt, hatte zuvor eine Entführung und einen Raubüberfall auf die Staatliche Porträtgalerie in London vorgetäuscht.

    Die Gruppe hatte die Galerie mit durch Strumpfhosen vermummten Gesichtern und gefälschten Gemälden betreten, aus ihren Lautsprechern ertönte das Martinshorn, wie Online-Medien berichtetetn. Das habe die übrigen Gäste verständlicherweise in Panik versetzt. Im entstandenen Gedränge sei eine Frau ohnmächtig geworden.

    Die sogenannten „Prankster“, moderne Online-Witzbolde, wurden nun zu je 16 bis 20 Wochen Gefängnis für den Galerie-Streich und zu acht Wochen für die Entführung verurteilt. Dabei sei diese „Geißelung“ des Internets allerdings nichts Neues: Mit dem Motto “It’s just a prank bro” (sinngemäß „Ist nur ein Witz, Alter!“) versuchen viele Youtube-Prankster nach ihren Streichen, die häufig eher nach Schwerverbrechen aussehen, direkter oder übertragener Prügel zu entkommen.

    Zwar seien die meisten solcher Streiche – oder „soziale Experimente“, als welche sie die Spaßvögel meist selbst bezeichnen – eher kitschig und harmlos, so „Heatstreet“, andere können jedoch auch bis zu Gewaltausbrüchen eskalieren.

    In einem Video versucht ein Prankster ein Auto zu stehlen und bezieht dabei Prügel.

    Der wohl schlimmste Streich stammte von Moe und Ethan Bradberry, die eine ältere Dame fast zu Tode erschreckten, als sie eine Werbung für die US-Anzeigenwebseite Craiglist vortäuschten und sie zu entführen versuchten. Die beiden Männer hatten die Frau zu sich nach Hause eingeladen und sie dann mit künstlichen Messern und Sturmhauben überfallen. Die zwei „Genies“ dachten wohl, man könne Menschen vor Vergewaltigung und Mord warnen,  indem man einer armen Frau Todesangst einjagt.

    Dieses Gerichtsurteil könnte nun der Anfang sein, solchen bösartigen Internet-Streichen endlich ein Ende zu setzen, so „Heatstreet“.

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    London