07:22 16 Oktober 2018
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    Berliner Karneval der Kulturen

    Berliner Karneval der Kulturen: Bereits neun Frauen zeigen sexuelle Übergriffe an

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    Nach dem Karneval der Kulturen am Sonntagabend in Berlin-Kreuzberg ist wegen sexueller Belästigung eine weitere Anzeige erstattet worden, wie die Berliner Zeitung (BZ) berichtet. Damit steige die Zahl der betroffenen Frauen auf neun.

    Bisher war von acht Opfern die Rede. Alle Frauen hätten ihre Peiniger als junge Männer mit südländischem Aussehen beschrieben. Die Frauen sollen beim Tanzen vor Bühnen von einer Männergruppe eingekreist und im Intimbereich angefasst worden sein – an der Brust, am Po oder im Schritt. Körperliche Verletzungen hat laut BZ jedoch keine Frau erlitten.

    Laut der Berliner Morgenpost ist das nicht der einzige solche Fall in Berlin: Seit einiger Zeit würden im Einkaufzentrum Boulevard Berlin an der Schloßstraße in Steglitz Kunden sexuell belästigt oder angepöbelt, wie die Zeitung unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente schreibt.  Demnach treffen sich seit mehreren Wochen zum Teil bis zu 35 Jugendliche in der zweiten Etage des Einkaufszentrums. Die meisten von ihnen hätten einen Migrationshintergrund.

    Als dann zwei junge Männer mit türkischem Hintergrund eines Tages von Polizeibeamten, einem Kaufhausdetektiv und dem Chef der Sicherheitsfirma des Einkaufszentrums aus dem Haus gebeten wurden, sei es zu verbalen Auseinandersetzungen gekommen. Später kamen laut der Zeitung noch mehr Jugendliche dazu, die die Beamten anpöbelten und beleidigten. Ob Anzeigen von Frauen wegen sexueller Belästigung vorliegen, konnte die Polizei laut dem Blatt nicht sagen.

    Am Sonntagabend sollen zwei 17 und 18 Jahre alte Mädchen beim Berliner Karneval der Kulturen sexuell belästigt und bestohlen worden sein. Der 17-Jährigen wurde dabei ihr Smartphone entwendet. Die Polizei nahm daraufhin drei Tatverdächtige fest: Zwei 17-jährige Angreifer türkischer Herkunft, die als Mehrfachtäter polizeibekannt seien, und einen 14-jährigen staatenlosen Flüchtling, der mehrfach auffällig geworden war. Derzeit prüfe die Polizei, ob es noch weitere Opfer gebe.

    Innensenator Frank Henkel (CDU) hat die Vorfälle aufs Schärfste verurteilt: „Dieses erniedrigende und frauenverachtende Vorgehen ist ebenso abstoßend wie kriminell“, so Henkel. „Das Phänomen der sogenannten ‚Antänzer‘ nimmt in Deutschland seit einiger Zeit an Bedeutung zu. Die Berliner Polizei nimmt dieses Problem sehr ernst und hat bereits am 1. April 2016 eine sechsköpfige Ermittlungsgruppe ‚Antänzer‘ gegründet. Ziel ist es, vor allem Mehrfachtäter zu überführen.“

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    Berlin, Deutschland