08:46 29 Januar 2020
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Oft wird berichtet, dass Migranten in der EU unter ziemlich schlechten Bedingungen leben müssen. Bilder von Camps, wie dem in Calais, sind ein guter Beweis dafür. Als Grund für solche Zustände wird oft Platzmangel genannt. In den Niederlanden sind die Behörden auf die Idee gekommen, Flüchtlinge in einem leerstehenden Gefängnis unterzubringen.

    Auf den ersten Blick kann die Nachricht schockieren: Menschen, die aus Kriegsgebieten fliehen mussten und auf der Suche nach Frieden nach Europa gekommen waren, sind nun „Gefangene“. Aber was in den Niederlanden passiert ist, ist sicherlich keine fremdenfeindliche Aktion.

    Während einige europäische Staaten beklagen, dass sie aufgrund des starken Flüchtlingszustroms nicht immer Platz finden können, um die zahlreichen Asylbewerber unterzubringen, haben die Niederlande einen kreativen Weg entdeckt, das Problem zu lösen.

    Gefängnis in Haarlem
    © AP Photo / Muhammed Muheisen
    Gefängnis in Haarlem

    In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Häftlinge im Land wesentlich zurückgegangen. Aus diesem Grund stehen einige Gefängnisse einfach leer. Anstatt diese sicheren und massiven Objekte zu vernichten oder leerstehen zu lassen, beschlossen die Behörden, sie für einen guten Zweck zu verwenden. Nun leben tausende Flüchtlinge aus aller Welt in niederländischen Gefängnissen. Im Gegensatz zu realen Häftlingen aber dürfen sie sich frei bewegen und die ehemalige Haftanstalt beliebig verlassen.

    Gefängnis in Haarlem
    © AP Photo / Muhammed Muheisen
    Gefängnis in Haarlem

    AP-Fotograf Muhammed Muheisen hat insgesamt 40 Tage in drei verschiedenen holländischen Gefängnissen verbracht, um mit eigenen Augen das Leben der Migranten zu sehen und es anschließend in Bildern zu zeigen. Laut Muheisen bewohnen „Dutzende von Nationen“ die ehemaligen Einrichtungen für Häftlinge.

    • Flüchtling spielt Basketball. Gefängnis in Haarlem
      Flüchtling spielt Basketball. Gefängnis in Haarlem
      © AP Photo / Muhammed Muheisen
    • Flüchtlinge spielen Fußball. Gefängnis in Haarlem
      Flüchtlinge spielen Fußball. Gefängnis in Haarlem
      © AP Photo / Muhammed Muheisen
    • Flüchtling im Waschraum. Gefängnis in Haarlem
      Flüchtling im Waschraum. Gefängnis in Haarlem
      © AP Photo / Muhammed Muheisen
    • Gefängnis in Haarlem
      Gefängnis in Haarlem
      © AP Photo / Muhammed Muheisen
    • Gefängnis in Haarlem
      Gefängnis in Haarlem
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      Gefängnis in Haarlem
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      Gefängnis in Haarlem
      © AP Photo / Muhammed Muheisen
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    © AP Photo / Muhammed Muheisen
    Flüchtling spielt Basketball. Gefängnis in Haarlem

    Normalerweise verbringen die Flüchtlinge ein halbes Jahr in den Gefängnissen, während in dieser Zeit die Behörden ihre Asylanträge bearbeiten. Arbeiten dürfen sie nicht, aber sie lernen die niederländische Sprache sowie das Radfahren, was, wie bekannt ist, eine wichtige Fähigkeit im Land ist.

    Dem AP-Fotografen zufolge sind die Migranten froh, dass sie „ein Dach über dem Kopf haben und in einer Zuflucht sind“, wo sie „sich sicher fühlen“.

     

     

    Die Zuwanderungskrise in Europa hatte sich im vorigen Jahr im Zusammenhang mit dem steigenden Einwanderungsstrom aus Nordafrika, dem Nahen Osten, Zentral- und Südasien zugespitzt. Im Jahr 2015 sind offiziellen Angaben zufolge rund 1,8 Millionen Migranten nach Europa gekommen. Experten zufolge handelt es sich um die größte Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg.

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    Tags:
    Gefängnis, Migranten, Niederlande