10:04 05 April 2020
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    Der EU-Staatsanwalt in Kosovo hat Klage gegen 20 Menschen, darunter den Sohn des ehemaligen Präsidenten Ibrahim Rugova, erhoben. Die Verklagten sollen in den Jahren 2011-2014 illegal Schengen-Visa für jeweils tausende Euro verkauft haben.

    Ein Fall wurde noch im Februar 2014 eröffnet. Damals hatte die Polizei zehn Menschen wegen Verkaufs von Visa festgenommen, welche von der italienischen Botschaft in Pristina ausgestellt wurden. Dabei könnten auch Mitarbeiter der Botschaft sowie einige Polizisten an dem illegalen Visahandel beteiligt gewesen sein.

    Unter den Verhafteten war auch Ukë Rugova, der Sohn des „Gandhi des Balkans“. Der junge Mann, damals ein Abgeordneter des Kosovo-Parlaments, wurde während einer Razzia in seinem Haus, der ehemaligen Residenz seines Vaters, festgenommen. Dort hatten Beamte hunderte Kopien von Auslandspässen sowie Visumsanträge, Fotos und andere Dokumente entdeckt. Nach mehreren Monaten in U-Haft durfte Rugova dann unter Hausarrest gehen.

    Laut den Ermittlern haben Menschen 2.700 bis 3.500 Euro für Visa bezahlt, obwohl der Standartpreis 60 Euro beträgt. Dafür erhielten sie nicht nur gefälschte Dokumente für eine Visumsbeantragung, sondern auch die Zustimmung der italienischen Botschaft, wo den Ermittlern zufolge Komplizen der Verbrecher arbeiteten, darunter auch ein ehemaliger Botschafter.

    Zuvor hatten Medien berichtet, dass die EU-Kommission den Mitgliedstaaten der Union vorgeschlagen habe, die Visaausstellung für Einreisende aus Kosovo zu vereinfachen.

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    Tags:
    Visum, Europäische Union, Kosovo