14:41 28 Februar 2020
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    Doping-Skandal (158)
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    Russlands Präsident Wladimir Putin hat seine Hoffnung geäußert, dass die Handlungen der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA in Bezug auf Moskau nicht politisch motiviert sind. Seinerseits werde Russland den Inspektoren bei der Ermittlung des Dopingskandals, in dem russische Sportler verwickelt sind, Hilfe leisten.

    „Diese Welle, wie wir jetzt natürlich sehen, verläuft vor dem Hintergrund politisch motivierter Einschränkungen in Bezug auf unser Land, in Bezug auf Russland, aber ich hoffe, dass die Handlungen der WADA nichts damit zu tun haben“, so Putin.

    „Sie haben sicher davon gehört, dass das Ermittlungskomitee und die Staatsanwaltschaft Russlands mitgeteilt hatten, dass sie selbstständig eine gründliche Ermittlung aller Geschehnisse durchführen werden, die wir in den Medien verfolgen können, und wir gehen daran nicht vorbei, wir sind bereit für Zusammenarbeit“, fügte der russische Staatschef hinzu.

    Dabei betonte Putin, dass er das russische Sportministerium und alle russischen Behörden angewiesen habe, den WADA-Inspektoren jegliche Hilfe bei der Organisation ihrer Arbeit zu leisten.

    Der neue Doping-Skandal war nach einem Interview des Ex-Chefs des Moskauer Anti-Doping-Labors, Grigori Rodtschenkow, entbrannt, in dem er behauptete, mindestens 15 Medaillengewinner der Winterolympiade in Sotschi wären Teil eines russischen „Doping-Programms“ gewesen. Er räumte gar eine eigene Beteiligung an dem angeblich „systematischen Doping-Programm“ ein.

    Der IOC-Präsident Thomas Bach schließt daraufhin nicht mehr aus, im Fall einer Bestätigung der gegen Russland vorgebrachten Beschuldigungen gar die gesamte russische Olympiaauswahl von der Sommerolympiade 2016 in Rio de Janeiro auszuschließen.

    Im November 2015 hatte die Kommission der Welt-Antidopingagentur WADA auf einer Pressekonferenz in Genf Russland zahlreiche Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln vorgeworfen und dem Leichtathletikverband IAAF ein Startverbot für alle russischen Leichtathleten empfohlen.

    Grund für den Skandal sind nach WADA-Darstellung Manipulationen von Sportlerproben durch die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA. Das soll unter der Aufsicht des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB erfolgt sein. Wenige Tage vor der WADA-Prüfung hatte Rodtschenkow 1417 Proben russischer Sportler vernichtet. Dadurch wollte er allerdings nicht den Ruf seines Landes, sondern allein seine eigene Haut retten und seine eigene Verwicklung in die Doping-Affäre vertuschen.

    Nach der Veröffentlichung des WADA-Berichtes hatte Rodtschenkow seinen Posten verlassen müssen. Anfang 2016 ist er in die USA ausgereist.

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    Doping, Meldonium, Welt-Antidoping-Agentur (WADA), Wladimir Putin, Russland