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    Lage im Donbass (Winter 2016) (133)
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    In einem Konflikt zwischen dem nationalistischen Bataillon „Aidar“ und einem privaten Militärunternehmen wurde ein norwegischer Söldner getötet, wie die Nachrichtenwebseite Lug-Info am Montag berichtete.

    „Nach unseren Angaben ist aus dem Dorf Luganskaja die Leiche eines norwegischen Söldners abtransportiert worden, der einem privaten Militärunternehmen angehörte", teilte der Sprecher der Lugansker Volksmiliz Andrej Marotschko bei einer Pressekonferenz im Lugansker Informationszentrum am Montag mit.

    Am  20./21. Mai sei es im Dorf Luganskaja  zu einem bewaffneten Konflikt zwischen dem nationalistischen Bataillon „Aidar" und einem privaten Sicherheits- und Militärunternehmen gekommen, das auf der Seite der ukrainischen Regierungstruppen kämpfe. Dabei sei der erwähnte norwegische Söldner an einer  Schussverletzung gestorben, so der Volksmiliz-Sprecher.

    Der Vorfall zeuge davon, dass  „die militär-politische Führung  der Ukraine die Hilfe ausländische Söldner nach wie vor nutzt, die sich in der unmittelbaren Nähe der Berührungslinie aufhalten."

    Zuvor hatte der Chef der Lugansker Volksmiliz gesagt, ausländische Söldner werden von Kiew eingesetzt, weil sich Angehörige der Regierungstruppen weigerten, weiter zu kämpfen.

    Trotz des am 29. April  im Rahmen der Kontaktgruppe vereinbarten  „Regimes der Stille" sind die Positionen der Lugansker Volksmiliz in den letzten vierundzwanzig Stunden mehrere Male von den Regierungstruppen mit Schusswaffen, Granatenwerfern und Panzerfahrzeugen beschossen worden. Aktiv waren auch Gruppen von Scharfschützen.

    Bei der Militäroperation in Donbass  wurden unter anderem die nationalistischen Freiwilligen-Bataillone eingesetzt, die mit privaten Mitteln finanziert wurden. So wurden die Bataillone „Asow", „Aidar", „Donbass", „Dnepr-1" und „Dnepr-2"  von dem Oligarchen und Ex-Gouverneur des südostukrainischen Gebietes Dnepropetrowsk, Igor Kolomoiski, finanziert. In Russland wurde gegen Kolomoiski ein Strafverfahren wegen „Einsatzes verbotener Mittel und Methoden der Kriegsführung" eingeleitet. Später traten die nationalistischen Bataillone formell den Streitkräften der Ukraine bei. 

    Im April 2014 hatten die ukrainischen Behörden eine Militäroperation gegen die selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk begonnen, die ihre Unabhängigkeit von Kiew erklärt hatten.  Der Anlass dafür war der nationalistisch geprägte Umsturz in Kiew, bei dem Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet wurde. Laut den jüngsten Uno-Angaben hat der Konflikt bisher mehr als 9.000 Menschen das Leben gekostet.

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    Tags:
    Söldner, Lugansker Volksrepublik, Lugansk, Ukraine