11:59 03 August 2020
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    Die englischsprachige Nachrichtenseite Euronews hat sich in einem Artikel auf einen nicht authentifizierten Twitter-Account des russischen Außenministers Sergej Lawrow berufen, wie die dessen amtliche Sprecherin Maria Sacharowa mitteilte. Das sei Desinformation, die den Sender stark diskreditiere.

    Die englischsprachige Euronews-Seite habe einen Screenshot von dem angeblichen Lawrow-Account bei Twitter als offizielle Reaktion Moskaus auf die letzte Woche in Italien verabschiedete Resolution angeführt. Am 18. Mai hatte der Regionalrat der Region Venetien in Norditalien eine Resolution verabschiedet, welche die Regierung in Rom auffordert, die Krim-Politik der EU zu verurteilen und eine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland anzustreben. 

    „Alles ist prima, außer einer Tatsache: Lawrow hat gar keinen Twitter-Account. Die russischsprachige Seite, wie sie sehen, hat den Fake nicht veröffentlicht“, schrieb Sacharowa via Facebook. Die Außenamtssprecherin vermutete gar, der Sender habe es sich zum Ziel gesetzt, den Fake-Account groß herauszubringen. Dies sei „keine Propaganda mehr, sondern schon Desinformation“.

    Sacharowa wies außerdem darauf hin, dass sie persönlich die Resolution der Region Venetien kommentiert hatte, und erinnerte zudem daran, dass eine Liste aller offizieller Accounts auf der Seite des russischen Außenministeriums einzusehen sei.

    „Während ich zuvor der Ansicht war, dass eine derartige Politik der englischsprachigen Abteilung des Senders gegen Russland gerichtet sei, so gibt es jetzt keinen Zweifel mehr daran, dass dies ein Schlag gegen Euronews selbst ist, mit dem Ziel, die Arbeit dieses Mediums zu diskreditieren“, so Sacharowa weiter.

    Dies ist nicht der erste Fall, dass das russische Außenministerium die Informationsdarbietung durch Euronews kritisiert.

    Zuvor hatte Maria Sacharowa einen Euronews-Bericht über die Deportation der Krim-Tataren vor 72 Jahren als „Lüge“ kritisiert: Der Sender hatte auf seiner englischsprachigen Seite die Zahl der Deportierten verzehnfacht. Während auf der russischsprachigen Euronews-Seite noch die korrekte Zahl von 200.000 angegeben war, hieß es in dem englischsprachigen Bericht vom 19. Mai, „zwei Millionen“ Krimtataren seien deportiert worden. Sacharowa forderte daraufhin von dem Sender eine formelle Entschuldigung.

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    Tags:
    Twitter-Account, Euronews, Maria Sacharowa, Sergej Lawrow, Russland