07:35 21 September 2018
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    Baikal: Der tiefste und sauberste See unseres Planeten

    Russland warnt: Wasserkraftwerk in Mongolei kann Baikalsee austrocknen

    © Sputnik / Yuri Strelec
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    Die Errichtung eines Wasserkraftwerkes (WKW) am Fluss Selenga, dem wasserreichsten Zufluss des Baikalsees, in der Mongolei wird sich negativ auf den Zustand des Sees auswirken, wie die Zeitung „Iswestija“ unter Verweis auf russische Behörden schreibt. Dem größten Süßwasserreservoir der Erde könnte gar die Austrocknung drohen.

    Laut Medienberichten suchen russische Behörden nun nach einer alternativen Versorgung des südlichen Nachbarlandes in Mittelasien mit Strom.

    Eine erste Verhandlungsrunde habe bereits Mitte April im Ministerium für Naturressourcen stattgefunden. Wie aus einem vorläufigen Abschlussbericht hervorgeht, ist zur Bewertung aller Baurisiken eine umfassende soziale, ökologische und wirtschaftliche Einschätzung der mongolischen Energie- und Wasserwirtschaftsprojekte sowie deren Auswirkung auf den Selenga-Fluss und somit den Baikalsee nötig.  

    Die Errichtung von Wasserwerken könne zur Änderung der Wasserqualität führen sowie die Eisführung der Ströme und deren Temperatur beeinflussen. Außerdem könne es zur vermehrten Bildung von Treibhausgas kommen, was wiederum sowohl den globalen Klimawandel und die Überflutung nahegelegener Gebiete nach sich ziehen könne. Auch die Tierwanderung, darunter von seltenen Fischarten, würde von ihren gewohnten Routen abweichen. Ebenso seien verstärkte seismische und epidemiologische Risiken nicht ausgeschlossen.  

    Der Baikalsee.
    © Sputnik / Lydia Weiher
    Mit einer Tiefe von bis zu 1.700 Metern ist der Baikal der tiefste See der Erde, er enthält 20 Prozent des weltweiten Süßwasservorkommens. Mit seinen Ausmaßen von etwa 650 km Länge und 78 km Breite gehört er zu den größten Seen unserer Erde. Mit einem Alter von mehr als 25 Millionen Jahren ist der Baikal außerdem der älteste See der geologischen Geschichte der Erde. Der Baikalsee besitzt eine einzigartige Flora und Fauna, wobei nur wenige Seen solch eine hohe Artenvielfalt vorweisen können.

    1996 wurde die Baikal-Region von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt.

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    Tags:
    Klimawandel, Wasserkraftwerk, Iswestija, UNESCO, Fluss Selenga, Baikalsee, Mongolei, Russland