03:34 30 Oktober 2020
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    Nördlichste Stadt in Schweden wird um drei Kilometer verschoben - VIDEO

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    Die nördlichste Stadt Schwedens, Kiruna, droht unter die Erde zu versinken und soll deshalb verlegt werden, berichtet der Gadget-Blog Gizmodo.

    Die Eisenerz-Lagerstätte, die als Wirtschaftsbasis von Kiruna gilt, verläuft ausgerechnet unter der Stadt. Infolge des Bergbaus haben sich unter der Erde Hohlräume gebildet, in die die meisten Gebäude der Stadt  um das Jahr 2050 versinken können. Deshalb haben schwedische Ingenieure ein ehrgeiziges Projekt vorgelegt, laut dem die ganze Stadt mit ihren 20.000 Einwohnern um mehr als drei Kilometer östlich verlegt werden soll. Die Versetzung der Stadt soll innerhalb einiger Jahrzehnte vollzogen werden.

    2004 hatte das staatliche Bergbauunternehmen Luossavaara-Kiirunavaara Aktiebolag (LKAB), das die Eisenerzgrube Kiruna abbaut, einen Bauvorhaben-Wettbewerb ausgerufen. Den Wettbewerb hatten Architekten der Baufirma White Arkitekter AB gewonnen, die sich 2014 an die Arbeit in der neuen Stadt machte.

    Die kurze Dokumentation unter dem Namen „This is Kiruna: How to Move a City" (Kiruna: wie eine Stadt bewegt wird) wurde im Auftrag der schwedischen Regierung gedreht und ist den Besonderheiten einer solchen Verlegung gewidmet: Es geht schließlich um die Infrastruktur einer ganzen Stadt jenseits des nördlichen Polarkreises.

    Drei historische Gebäude in Kiruna, darunter die 1912 aus Holz erbaute Kirche,  sollen erhalten bleiben und an einen neuen Standort verlegt werden. Der Rest soll abgerissen und zur Errichtung neuer Gebäude verwendet werden. Ein Hausbesitzer in Kiruna darf entweder seine Immobilie zum Marktpreis plus 25 Prozent verkaufen oder ein neues Haus in der neuerrichteten Stadt kostenlos erhalten.

    In dem Film fällt auf, dass die Ortsbewohner der bevorstehenden Umsiedlung erstaunlich unaufgeregt entgegensehen  — offenbar wurden sie davon überzeugt, dass das Leben im neuen Kiruna besser sein wird, heißt es auf Gizmodo.

    Dennoch sei es die größte Herausforderung gewesen, nicht die Gebäude, sondern die Gemüter zu verschieben, sagt im Film einer der Architekten des Projekts.

    Der Abbau in der Eisenerzgrube Kiruna soll dabei fortgesetzt werden: Schließlich fördert die LKAB etwa 90 Prozent des Eisenerzes in der EU, und die Eisenerzgrube Kiruna ist lebenswichtig für die Stadt.

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    Tags:
    Verlegung, Bergwerk, Einsturz, Schweden