04:29 01 Dezember 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    Euro-2016 in Frankreich (135)
    192953
    Abonnieren

    Zur Fußball-EM 2016 bringt Ferrero eine Sonderedition seiner Kinder-Schokoriegel auf den Markt: Auf der Verpackung sind Kinderbilder der deutschen Nationalspieler abgedruckt. Pegida-Anhänger empören sich nun via Facebook, weil auch „nichtdeutsche“ Spieler abgebildet sind, wie deutsche Medien berichten.

    Auf den thematischen Verpackungen der beliebten Schokoriegel sind neben den Kinderbildern von Mario Götze, André Schürrle und Christof Kramer auch die von Ilkay Gündogan, dessen Eltern aus der Türkei stammen, und Jérôme Boateng, der ghanische Wurzeln hat, zu sehen.

    Die Gruppe „Pegida BW — Bodensee" ist in Aufruhr: Auf ihrer Facebook-Seite postete sie ein Foto, auf der zwei Kinder-Schachteln mit Bildern von Gündogan und Boateng zu sehen sind. „Vor Nichts wird Halt gemacht“, schreibt die Pegida-Gruppe anklagend. „Gibts die echt so zu kaufen? oder ist das ein Scherz? [sic]", heißt es weiter. Der Post ist mit einem grinsenden und einem entsetzten Emoji versehen.

    Bundestrainer Joachim Löw nominiert Nationalmannschaft-Kader für Fußball-EM 2016 in Berlin
    © AP Photo / Hannibal Hanschke
    Aus dem Post wird dabei nicht klar, dass es um eine Werbeaktion zur EURO 2016 geht: Das Foto könne bei Followern der Seite den Eindruck erwecken, die populäre Kinderschokolade werde ab sofort immer mit „nichtdeutschen" Gesichtern erscheinen. Unklar sei, ob die Gruppe überhaupt erkannt habe, wer da dargestellt wird, oder ob sie den erklärenden Teil der Verpackung auf dem Foto sogar bewusst abgeschnitten habe.

    Eine Reaktion seitens des Süßwarenherstellers Ferrero auf den Pegida-Post ließ nicht lange auf sich warten: „Wir von Ferrero möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich von jeglicher Form von Fremdenfeindlichkeit oder Diskriminierung distanzieren. Wir akzeptieren und tolerieren diese auch nicht in unseren Facebook-Communities", schrieb der italienische Süßwarenkonzern auf Facebook.

    Auch Bundesjustizminister Heiko Maas zeigte sich von der Reaktion der Pegida-Gruppe erschüttert:

    In einem Artikel des Stern-Magazins wird die Aktion der Pegida-Anhänger besonders scharf kritisiert: „Wie hat ein deutsches Kind auszusehen? Genau: am besten blond, blauäugig und vor allem hellhäutig. Das meinen zumindest die Anhänger von Pegida“, schreibt die Zeitschrift. „Es ist unfassbar, welche Empörung und rassistischen Auswüchse die unschuldigen Verpackungen bei den Pegida-Anhängern auslösen.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Euro-2016 in Frankreich (135)

    Zum Thema:

    Hetze gegen Migranten? Pegida-Gründer Lutz Bachmann zu Geldstrafe verurteilt
    Nicht rechtsextrem, sondern asylkritisch: Sachsens eigener Blick auf Pegida
    Große Krankenhausstudie: 2020 weniger Intensivpatienten mit Atemwegserkrankungen als 2019
    „Da wird nicht gemeckert“: Ist das deutsche Grundgesetz an Corona-Toten schuld?
    Tags:
    Nationalmannschaft, Fußball, PEGIDA, Deutschland