18:23 26 April 2019
SNA Radio
    Leskovac

    Stille Besatzung Südserbiens: Kosovo-Albaner kaufen massenhaft Immobilien

    © Flickr/ Gagarin Miljkovich
    Panorama
    Zum Kurzlink
    1855196

    In den Jahren 2010 bis 2015 hatten Kosovo-Albaner massenweise Wohnungen und Grundstücke in Städten wie Nis, Leskovac, Vranje, Kursumlija und Prokuplje im Süden Serbiens gekauft. Jetzt ist dieser Prozess teilweise ins Stocken geraten, aber diese Gebiete bleiben immer noch „im Visier“ der kosovarischen Immobilienhändler, berichtet Sputnik Serbien.

    Pristina, Kosovo
    © Sputnik / Ruslan Kriwobok
    Die Albaner interessieren sich vor allem für Gebiete unmittelbar in der Nähe der administrativen Grenze zwischen Serbien und Kosovo. Auch Nis, die drittgrößte serbische Stadt, ist bei ihnen beliebt. In den letzten Jahren haben laut inoffiziellen Informationen etwa 11 000 Albaner in der Stadt und ihrer Umgebung Immobilien gekauft.

    Offizielle Daten über die Zahl der von den Kosovo-Albanern in Südserbien gekauften Wohnungen und Grundstücke gibt es nicht – zumindest weil die Kaufverträge unter Beteiligung von Serben abgeschlossen wurden.

    Alles wurde also durchaus gesetzlich hinübergebracht. Zum Beispiel gibt ein Albaner einem Serben Geld, damit dieser eine Wohnung angeblich für sich selbst kauft. Vor Gericht wird ein Vertrag erstellt, dem zufolge der Albaner dem Serben die Summe angeblich leiht, und als Garantie für die spätere Rückzahlung dient die jeweilige Immobilie.

    Nachdem der Serbe die erwähnte Summe nicht rechtzeitig zurückgezahlt hat, wird der Albaner zum vollberechtigten Eigentümer der Wohnung, wobei es offiziell keinen Kauf bzw. Verkauf gab. Der Serbe bekommt dafür seine „Provision“.

    Manchmal sind in solche Geschäfte Immobilienagenturen sowie serbische und albanische Rechtsanwälte verwickelt. Die Kosovo-Albaner gelten dabei weiterhin als serbische Staatsbürger und dürfen Immobilien auf dem ganzen Territorium des Landes kaufen. Allerdings akzeptieren sie Serbien nicht als ihre Heimat und laden deshalb Serben ein, damit sie ihre Arbeit erledigen.

    Im vorigen Jahr wurden in Nis wegen eines richtigen Ansturms von Kosovo-Albanern Flugblätter mit dem Inhalt „Serbiens Albanisierung muss gestoppt werden!“ usw. verbreitet. Dabei ist immer noch nicht bekannt, woher diese Flugblätter stammten – ihre Autoren sind anonym geblieben. Darin wurde auch mitgeteilt, dass die Kosovo-Albaner mithilfe zahlreicher Vermittler etwa 300 Wohnungen in der Stadt gekauft hätten.

    Auch Novi Pazar, eine Stadt mit überwiegend muslimischen Einwohnern, ist bei den Albanern populär. Aber dort interessieren sich die potenziellen Käufer vor allem für landwirtschaftliche Grundstücke. In den Medien wird viel darüber spekuliert, dass es sich dabei um eine wahhabitische Bewegung handeln würde.

    Auch für Grundstücke an der Grenze zu Kosovo, beispielsweise in Kursumlija, interessieren sich Albaner – vor allem weil die dortigen Immobilien ziemlich billig sind. Die Albaner bieten dafür viel mehr Geld und gelten dabei nicht als Käufer, sondern überwiegend als Mieter der jeweiligen Grundstücke.

    Die serbischen Behörden können diese Geschäfte nicht wirklich kontrollieren, weil dieser Prozess, bei dem es sich unter anderem um eine Änderung der ethnischen Bevölkerungsstruktur handelt, eher schleichend ist. In der Gemeinde Leskovac kostet ein gutes Haus mit einem Grundstück etwa 5000 Euro.

    Viele Experten führen dieses Interesse der Albaner für serbische Immobilien auf deren Absicht zurück, dadurch das Kosovo-Territorium auf Kosten Südserbiens zu erweitern.

    Die Einwohner dieser Gebiete haben ständig Angst, ihnen würde es bald genauso gehen wie den Kosovo-Serben, die auf ihrem Territorium in der Unterzahl geblieben sind.

    Die von Sputnik befragten Reporter aus den südserbischen Gebieten erläutern, dass die Serben Häuser verkaufen und wegziehen, weil diese Region eine der ärmsten im ganzen Land ist und weil hier bald immer mehr Albaner leben werden. Im Grunde geht es dabei um eine „stille Besatzung“.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Albanien, Kosovo, Serbien