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13:12 23 Juli 2019
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    Situation im Jemen (Archivbild)

    Zivilopfer im Jemen durch Riads Streubomben-Einsatz – USA stellen Lieferungen ein

    © AFP 2019 / Mohammed Huwais
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    Das Weiße Haus hat angeordnet, die Lieferung von Streubomben an Saudi-Arabien wegen der wachsenden Zahl an Zivilopfern im Jemen einzustellen, berichtet die Zeitschrift „The Foreign Policy“ (FP) unter Berufung auf US-Beamte.

    Streubomben sind weltweit in über 100 Staaten verboten. Doch nach Informationen des Blatts hat Washington an Riad in den letzten Jahren Streubomben im Wert von Millionen von Dollar verkauft.

    Bei der Begründung des Lieferstopps habe ein hochrangiger US-Beamte auf einen Bericht Bezug genommen, demzufolge Saudi-Arabien Streubomben in „Bereichen einsetzte, wo sich vermutlich Zivilisten befanden“.

    „Wir nehmen solche Berichten ernst und versuchen, zusätzliche Informationen zu sammeln“, sagte der Beamte laut FP. Das Einfrieren der Lieferungen gilt für US-Streubomben des Typs CBU-105.

    Saudi-Arabien habe seinerseits versprochen, die Vorfälle mit angeblichen Opfern unter der Zivilbevölkerung im Jemen-Konflikt zu untersuchen. Dies solle es ermöglichen, in der Zukunft Zivilopfer zu vermeiden.

    FP zufolge bleibt es jedoch ungewiss, ob das Einfrieren die aktuelle Lieferung von Streubomben an Saudi-Arabien betrifft oder nur künftige Bestellungen. 2013 hatte Washington mit Riad einen Vertrag über die Herstellung von 1.300 Streubomben des Typs CBU-105 geschlossen. Es könne noch Jahre dauern, bis die letzte Lieferung laut diesem Vertrag erfolgt. Der Beamte wollte diese Frage gegenüber FP nicht erläutern.

    Zuvor hatte die internationale Organisation Amnesty International Beweise für den Einsatz von Streubomben aus britischer, US-amerikanischer und brasilianischer Produktion seitens der Arabischen Koalition angeführt. Die Organisation betonte damals, Streubomben seien laut einer internationalen Konvention von 2008, die Großbritannien unterzeichnet habe, geächtet.

    An dem im Jemen andauernden bewaffneten Konflikt sind die Huthi-Rebellen der schiitischen Bewegung „Ansar Allah“ und ein Teil der gegenüber dem Ex-Präsidenten Ali Abdullah Saleh loyalen Armee einerseits sowie Truppen des von Saleh vertriebenen Präsidenten Abd Rabbuh Mansur Hadi andererseits beteiligt, die von der saudisch geführten arabischen Koalition vom Boden und aus der Luft unterstützt werden.

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    Tags:
    Lieferungen, Zivilopfer, Streubombe, USA, Jemen, Saudi-Arabien